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Über den Werdegang der Physiologie und das neue Physiologische Institut an der Landesuniversität Gießen / von Karl Bürker, Gießen
Entstehung
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mit einem Griff abgeſtellt werden. Eine elektriſche Signalanlage warnt vor zu hoher Temperatur im Dachgebälk, Löſchgeräte ſind überall vorhanden. Eine beſondere Fernſprechanlage verbindet alle Teile des Gebäudes miteinander und mit den benachbarten Inſtituten und Kliniken.

Durch paſſende Raumgeſtaltung und Farbengebung unter hauptſächlicher Verwendung der hellſten Farbe des Spektrums iſt auch das äſthetiſche Moment gewahrt.

Das Inſtitut ſteht abgerückt von den Straßen in einem Garten, der auch die Blumen für die Zimmer der Inſtitutsmitglieder liefert. In den Garten iſt auch noch das Tierhaus mit Bad, Zucht⸗ und Ver⸗ ſuchsſtall geſtellt. Das Froſchbecken mit fließendem Waſſer befindet ſich in einem Keller des Hauptgebäudes. In dieſem Gebäude iſt auch noch ein Demonſtrationsraum für große Haustiere vorgeſehen.

Die günſtige Lage des Phyſiologiſchen Inſtituts in der Nähe der andern mediziniſchen Inſtitute und Kliniken erleichtert eine Zuſammen⸗ arbeit mit dieſen. Die im Inſtitut untergebrachte experimentelle Pſycho⸗ logie ſtellt das ſehr erwünſchte Bindeglied zur Philoſophiſchen Fa⸗ kultät her.

Von der Plattform des Inſtituts genießt man einen umfaſſenden Ausblick in die ſchöne deutſche Landſchaft. Möge es dem Inſtitut gelingen, das Seinige zu dem außerordentlichen Aufſchwung beizu⸗ tragen, in dem ſich gegenwärtig das deutſche Land und Volk befindet.

Anmerkungen.

¹) Ich folge hier der Darſtellung, die Herr Dr. Georg Lehnert, dem ich für viele Auskünfte und Nachweiſe verpflichtet bin, von der Geſchichte der Aniverſität Gießen gegeben hat.

2) Sommer und Dannemann, Zur Geſchichte der med. Fakultät der Aniv. Gießen: Deutſche med. Wochenſchrift Ig. 33(1907) S. 1257.

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