ihm folgten im Jahr 1908 Siegfried Garten aus Kieritzſch von Leipzig her, 1916 W. Trendelenburg aus Noſtock von Innsbruck her und 1917 K. Bürker aus Zweibrücken von Tübingen her. Als weitere Dozenten wirkten während dieſer Zeit am Inſtitut J. Seemann aus Hamburg, W. Sulze aus Leipzig und R. Feulgen aus Werden.
Immer dringender machte ſich das Bedürfnis geltend, der Phyſio⸗ logiſchen Chemie an einer Aniverſität, die dieſe Wiſſenſchaft geradezu geboren hatte, eine ſelbſtändige Wirkungsſtätte zu verſchaffen, und weiterhin, das nicht mehr ausreichende alte Phyſiologiſche Inſtitut in der Senckenbergſtraße durch ein neues zu erſetzen. Stark verzögernd wirkte in dieſer Beziehung und auf den Lehr⸗ und Forſchungsbetrieb der große Krieg, während ſich der Bruderkrieg von 1866 und der einigende Krieg von 1870/71 in letzterer Beziehung viel weniger geltend gemacht hatte. Mit Anterſtützung des damaligen Rektors der Landes⸗ univerſität, des Oto⸗ und Laryngologen C. v. Eicken, konnte Bürker für das Jahr 1922 den Neubau erreichen. Der erſte Spatenſtich erfolgte am 18. September 1922, wegen Angunſt der Zeitverhältniſſe mußten aber die Arbeiten vom Dezember 1923 bis Juli 1924 unterbrochen werden. Erſt am 26. April 1927 konnte die erſte Vorleſung gehalten werden, Anfangs Mai war der Amzug beendet. Am 18. Februar 1928 fand die Einweihungsfeier!s) ſtatt.
Noch im alten, beim Botaniſchen Garten gelegenen Inſtitut wurde im Jahr 1925 eine Abteilung für Phyſiologiſche Chemie eingerichtet und zum Abteilungsvorſteher R. Feulgen ernannt, der ſich hier im Jahr 1919 habilitiert hatte. Die Stelle wurde im Jahr 1923 in eine planmäßige außerordentliche Profeſſur umgewandelt und Feulgen im Jahr 1927 zum perſönlichen Ordinarius befördert. Im Jahr 1931 wurde die Abteilung zu einem ſelbſtändigen Phyſiologiſch⸗ chemiſchen Inſtitut erhoben und Feulgen zum Direktor beſtellt. Als Dozent wirkte an dieſem Inſtitut ſeit 1932 M. Behrens aus Gießen.
So hat die Phyſiologie in Gießen in Forſchung und Lehre eine zeit⸗ gemäße Weiterentwicklung erfahrens).
Die Schilderung des Werdegangs der Phyſiologie in Gießen wäre aber unvollſtändig, wenn nicht der regen Beziehungen gedacht würde, die zur Veterinärmediziniſchen Fakultät beſtehen; dieſe Beziehungen haben ſich für die Erweiterung des Geſichtskreiſes des Phyſiologen und für vergleichende Anterſuchungen als beſonders fruchtbar erwieſen. Aber die Veterinärmediziniſche Fakultät, die in ihren Aranfängen bis auf die im Jahre 1777 von A. Schlettwein gegründete fünfte öko⸗
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