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Über den Werdegang der Physiologie und das neue Physiologische Institut an der Landesuniversität Gießen / von Karl Bürker, Gießen
Entstehung
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Chirurgen und legte ihm nahe, dem Patienten jedes Schrotkorn einzeln und ohne ſchmerzlindernde Mittel herauszunehmen, was geſchah. Kurz darauf beſuchte Eckhard den Patienten in der Klinik und fragte ganz harmlos und teilnehmend, wie er ſich ſo verletzt habe, worauf jener erwiderte, eine alte Flinte ſei ihm aus Verſehen losgegangen. Eckhard drohte ihm ſcherzend mit dem Finger und ſagte: Ja, ſehen Sie, es heißt nicht umſonſt: Spiele nicht mit Schießgewehr! Der Mann lag⸗noch einige Wochen in der Klinik, war aber dann zugleich vom Wildern geheilt.

Als Eckhard eines Tages vierter Klaſſe zur Jagd fuhr, meinte einer der Mitreiſenden, der ihn kannte: Aber Herr Geheimrat, Sie brauchten doch auch nicht bloß vierter Güte zu fahren. Ach, ſehen Sie, ſagte Eckhard, ich habe ſeither mein Geld immer mit dem Kopf verdient, nun mag mein H. auch einmal was verdienen.

Hochbetagt lehrte Eckhard immer noch Anatomie und Phyſiologie und wies alle Vorſtellungen ſeiner Kollegen, er möge ein Fach ab⸗ geben, entrüſtet zurück. Als Großherzog Ludwig IV. einmal zu einer Feier nach Gießen kam, bat man ihn, er möge Eckhard nahelegen, auf ein Fach zu verzichten. Der Großherzog unterhielt ſich länger mit Eckhard und meinte ſchließlich, er werde bei ſeinem hohen Alter wohl kaum mehr beiden Fächern gerecht werden können, das bringe ja ein Junger kaum fertig. Darauf entgegnete Eckhard ruhig:Ja, König⸗ liche Hoheit brächten das auch wohl nicht fertig, aber ich kann es, und lehrte noch jahrelang beide Fächer.

Wie jung er ſich fühlte, geht auch daraus hervor, daß er im 81. Le⸗ bensjahr ſeine Jagd nach Ablauf der Pacht auf weitere 12 Jahre pachten wollte und empört erzählte, die Bauern hätten ihm die Jagd nur auf 6 Jahre verpachtet.

Von weiteren Dozenten wirkten zu Eckhards Zeiten am Anato⸗ miſch⸗phyſiologiſchen Inſtitut der in Gießen geborene Anatom H. Welcker, ſpäter in Halle, der ſpätere Baſeler Anatom K. E. E. Hoff⸗ mann aus Darmſtadt, der ſpätere Profeſſor der Medizin in Wien Ph. Knoll aus Karlsbad, der ſpätere Heidelberger Gynäkologe F. A. Kehrer aus Guntersblum(Rheinheſſen), der ſpätere Göttinger Chirurg H. Braun aus Beerfelden und der ſpätere Nachfolger Eckhards auf dem Lehrſtuhl der Anatomie in Gießen, Bruno Henne⸗ berg aus Magdeburg.

Als Nachfolger Eckhards wurde im Jahr 1905 O. Frankaus Groß⸗ Amſtadt von München her auf den Lehrſtuhl der Phyſiologie berufen;

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