Präparats, die Prüfung in der feineren Anatomie und der Dechnik des Mikroſkops gliedern.
Da die Phyſiologie das belebende Prinzip der mediziniſchen Wiſſen⸗ ſchaften ſei und in ihr das ärztliche Wiſſen gipfle, ſoll die Prüfung darin ſo ſpät wie möglich erfolgen. Es werde dann die Phyſiologie anhaltender, mit reiferem Arteil und mit mehr Erfahrung und Ernſt betrieben. Dadurch werde dann auch ihr Einfluß auf die geſamte geiſtige Bildung des Arztes mächtiger und nachhaltiger.
Er behandelt dann die Prüfung in den praktiſchen Fächern, verlangt den Nachweis eines geordneten mediziniſchen Studiums nicht allein auf dem Papier, wobei er ſich gegen zuviel akademiſche Freiheit wendet, und hält es für nötig, daß alle Prüfungen öffentlich ſeien.
Als Forſcher hat Eckhard vielſeitig gewirkt; beſonders bekannt ſind ſeine Anterſuchungen über Speichelſekretion und Funktion der Nervi erigentes geworden, aber auch mit Filtration, Diffuſion, Osmoſe, Polyurie, Hydrurie, Glykosurie, Sekretion von Milch, von Magenſaft, mit Darmbewegungen, Herzbewegung und ihrer Beeinfluſſung, be⸗ ſonders aber mit dem peripheren und zentralen Nervenſyſtem hat er ſich viel befaßt, für ihn war„die Phyſiologie des Nerven der Nerv der Phyſiologie“. Durch Studienreiſen ins Ausland, und zwar nach Oſterreich, Italien, England, Frankreich und Holland, hat er ſich den Blick geweitet.
Aber den alten Geheimrat Eckhard, der ſeines einfachen, leutſeligen Weſens und derben Witzes wegen bei jung und alt ſehr beliebt war, erzählt man ſich in Gießen noch heute viele Geſchichten. Einige davon ſeien mitgeteilti4).
Beim Leſen ſaß Eckhard an ſeinem einfachen Tiſch im Inſtitut, eine Taſſe Tee neben ſich und eine lange Pfeife im Mund. Den Tabak für ſeine Dauerpfeife bezog er in einem großen Faß, das offen in einem Verſchlag ſtand. Als er darauf aufmerkſam gemacht wurde, daß der Tabak doch geſtohlen werden könnte, meinte er: da geht niemand dran, der iſt den Leuten viel zu ſchlecht, es iſt Rippentabak.
Eckhard war ein großer Jäger, ſeine Jagd litt unter einem Wilderer, den er kannte, der ſich aber ganz unverſchämt benahm und dem er einen Denkzettel zu geben beſchloß. Er lauerte ihm auf und ſchoß ihm, als der es ſich auf ſeinem Jagdſtuhl bequem gemacht hatte, ohne langes Beſinnen aus entſprechender Entfernung die ganze Kehrſeite voll Schrot. Nachdem er erfahren hatte, daß der Wilderer in die Chirur⸗ giſche Klinik aufgenommen worden war, ging er zu dem befreundeten
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