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Über den Werdegang der Physiologie und das neue Physiologische Institut an der Landesuniversität Gießen / von Karl Bürker, Gießen
Entstehung
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Furchung im Aterus überwintert, fort und baute dort von 1844 an ein großzügig geplantes und unter der Leitung Hugo v. Ritgens auch großzügig ausgeführtes Anatomiſch⸗phyſiologiſches Inſtitut.

Von dieſem Bau und ſeiner Einrichtung, der ſeinesgleichen in Deutſchland kaum hatte und ſich des Beifalls aller Beſuchenden, und darunter der urteilsfähigſten Männer des Faches, zu erfreuen gehabt habe, hat er in einer beſonderen Schriftio) eine eingehende Beſchreibung geliefert.

Darin ſchildert er zunächſt ſehr anſchaulich die unzulänglichen Ver⸗ hältniſſe in dem alten Gebäude beim ehemaligen Schloß auf dem Brandplatz, das ſeit 1699 dem Anterricht gedient habe und wo in den oberen Näumen, die als Fruchtſpeicher benutzt wurden, ein Heer geſchwänzter Gäſte und ähnliches Gelichter reiche Nahrung fanden. Schon 1835 waren Mittel für einen Neubau in den Aniverſitätshaus⸗ halt eingeſetzt und die Ausführung auf Veranlaſſung des Geh. Med. Nats Wilbrand im Dezember 1840 beſchloſſen worden. Es ergaben ſich aber im Zuſammenhang mit andern Neubauten der Aniverſität in der Nähe des geplanten Schwierigkeiten, zumal 1843 der Beſchluß gefaßt wurde, auch ein Phyſiologiſches Inſtitut zu bauen, wozu gerade Biſchoff berufen worden war. Da in dem Bau auch noch die Patho⸗ logie und Zoologie untergebracht werden ſollten, ſah ſich Biſchoff genötigt, den vorliegenden Plan gänzlich abzuändern, zumal auch die neue Main⸗Weſer⸗Bahn an dem Bau vorbeigeführt und der Bahn⸗ hof in der Nähe des Inſtituts errichtet werden ſollte.

Im Spätherbſt 1844 wurde mit der Grundlegung auf einem der ſchönſten Punkte des Seltersbergs in der Nähe der Kliniken und des chemiſchen Laboratorii begonnen, im Sommer 1846 war der Bau äußerlich vollendet. In dieſer Zeit wurde Biſchoff zu der Profeſſur für Phyſiologie auch die für menſchliche und vergleichende Anatomie übertragen. Die innere Einrichtung, der Biſchoff viel Zeit opferte, zog ſich bis zum Jahr 1851 hin, zumal das Jahr 1848 ſich ſtörend geltend machte. Im W. S. 1849/50 konnte Biſchoff in dem Neubau die erſte Vorleſung halten, der große amphitheaterähnliche Hörſaal faßte 100 Auditoren, und auch für die Sekanten war genügend Platz vorhanden. Die wiſſenſchaftliche Ausſtattung wurde durch eigene und der Proſektoren Präparate ſowie durch die Sömmeringſche und Froriepſche Sammlung, die ſchon früher angekauft worden waren, auf einen hohen Stand gebracht. Eine der reichſten Sammlungen überhaupt war die über Entwicklungsgeſchichte.

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