Staatsarzneikunde in Bonn. Der Sohn ſtudierte nach dem Beſuch des Gymnaſiums von 1826 ab in Bonn, wo man auch der Natur⸗ philoſophie huldigte, Biſchoff aber ſehr bald durch kleinere natur⸗ wiſſenſchaftliche Arbeiten an die Objekte ſelbſt herankam. Phyſiologie hörte er auch bei Johannes Müller, aber ohne Experimente und faſt ohne Demonſtrationen. Mit einer Anterſuchung über die Spiralgefäße der Pflanzen promovierte er im Jahr 1829 zum Dr. phil. Militärdienſt leiſtete er bei den 8. Alanen.
Im Jahr 1830 ſetzte er ſein Studium in Heidelberg fort, wo er ſich an Tiedemann anſchloß und bei dieſem und Arnold mit einer Arbeit über„Anatomie und Phyſiologie des Nervus accessorius Willisii“ im Jahr 1832 den Dr. med. erwarb. Im gleichen Jahr noch erledigte er ſein Staatsexamen in Berlin, war dort Aſſiſtent an der Aniverſitäts⸗ Entbindungsanſtalt bei Buſch und wurde dadurch mit den Generations⸗ vorgängen näher vertraut, die ſpäter ſein Hauptforſchungsgebiet werden ſollten. 1833 habilitierte er ſich in Bonn mit einer Arbeit über die Eihüllen des Menſchen. Als einer der erſten las er im W. S. 1834/35 ein Kolleg über Entwicklungsgeſchichte.
Die Bewerbung um eine Proſektorſtelle in Heidelberg hatte keinen Erfolg, aber die Fakultät berief ihn dorthin als Dozent für vergleichende und pathologiſche Anatomie, Tierſeuchenkunde und zur Abhaltung von Präparierübungen. Von 1836 an wirkte er dort, Tiedemann trat ihm ſeine Vorleſung über Phyſiologie ab. Noch im gleichen Jahr wurde er außerordentlicher Profeſſor, nachdem er Rufe nach Baſel und Dorpat abgelehnt hatte. Seine entwicklungsgeſchichtlichen Arbeiten trugen ihm im Jahr 1842 einen Preis der Berliner Akademie ein, er war einer der bekannteſten Forſcher auf dieſem Gebiet geworden. Von 1836 bis 1846 erſchienen von ihm Jahresberichte über die Fort⸗ ſchritte der Phyſiologie in Müllers Archiv. Für Wagners Hand⸗ wörterbuch der Phyſiologie ſchrieb er das Kapitel über Mißbildungen. 1844 erhielt er den Sömmering⸗Preis.
über den Kopf der Heidelberger Fakultät hinweg wurde B. im Jahr 1843 zum Ordinarius ernannt. Die Schwierigkeiten, die ſich daraus ergaben, fanden eine Löſung durch eine Berufung nach Gießen. Hier wurde er noch im gleichen Jahr Profeſſor der Phyſiologie. In Heidelberg hatte er ſich mit einer jungverwitweten Tochter Tiede⸗ manns vermählt.
In Gießen ſetzte er ſeine entwicklungsgeſchichtlichen Anterſuchungen am Meerſchweinchen und beſonders am Reh, deſſen Ei nach der
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