Abſonderung durch Nieren), zwiſchen der grauen und weißen Subſtanz des Gehirns, zwiſchen Wachen und Schlafen, zwiſchen unwillkürlicher und willkürlicher Bewegung, zwiſchen Herz und Gehirn, zwiſchen Vor⸗ ſtellen und Wollen. Im weiblichen Geſchlecht erſcheint die Organiſation unter dem Charakter der Schwere, im männlichen aber unter dem Cha⸗ rakter des Lichts(S. 351), man ſollte es umgekehrt glauben. Die Noh⸗ koſtler wird es nicht erfreuen zu erfahren: nur für den rohen Menſchen eignen ſich rohe Nahrungsmittel(S. 44). Der Schluß des Buches (S. 429) verſöhnt:„Nirgends iſt wahrer Tod. Was wir ſterben nennen, iſt nur Vernichtung des Individuellen und innigere Aufnahme in Gott; aber gerade hierin äußert ſich das Leben am vollkommenſten, nur nicht als ein Leben des Individuums, ſondern als ein Leben, das vom All ausgeht und ewig in ſich unendlich iſt. Alles kreiſet in einem und dem⸗ ſelben göttlichen Daſein zur abſoluten Arquelle zurück; dieſes iſt auch das Schickſal des Menſchen nach der Vollendung ſeiner individuellen Laufbahn.“
Wilbrand hat neben andern Büchern auch noch ein Handbuch der Phyſiologie geſchrieben und mit A. Ritgens ein„Gemälde der orga⸗ niſchen Natur in ihrer Verbreitung auf der Erde“ herausgegeben, das Goethe, A. v. Humboldt und Blumenbach gewidmet und auf dem dargeſtellt iſt, bis in welche Tiefe der Meere und Höhe der Gebirge der Lebensraum der Pflanzen und Tiere reicht.
4. Die Zeit der exakten Naturwiſſenſchaften.
In der Zeit, da Wilbrand als Anatom und Phyſiologe in Gießen tätig war, trat gerade an dieſer Aniverſität ein Mann auf, den das Schickſal mit dazu auserſehen hatte, die Phyſiologie aus den gar zu engen Banden der Naturphiloſophie zu befreien und durch Anwendung exakter chemiſcher Methoden auf phyſiologiſche Probleme die Entwick⸗ lung dieſer Wiſſenſchaft mächtig vorwärts zu treiben, es war Juſtus Liebig, ein Heſſenkind. Dieſer Mann hat aber nicht nur der organiſchen Chemie und der Biochemie eine Stätte in Gießen bereitet, ſondern auch, mit einem divinatoriſchen Blick begabt, der Biophyſik außer⸗ ordentliche Dienſte erwieſen, indem er im Jahr 1842 die Schrift des Entdeckers des Geſetzes von der Erhaltung der Kraft, J. R. Mayer „Bemerkungen über die Kräfte der unbelebten Natur“, in ſeine An⸗ nalen der Chemie und Pharmazie aufgenommen hat, nachdem der Phyſiker Poggendorff auf die Einſendung der Schrift für die An⸗ nalen der Phyſik und Chemie hin überhaupt nicht geantwortet hatte.
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