— 14—
6. Auf eines hält ſie ſcharfe Acht und läßt nicht mit ſich ſpaßen: Wer je der Magd den Hof gemacht, würd' nimmer ihr mehr paſſen. Zwar das Mamſellchen am Büffet iſt höchſt pikant und äußerſt nett— und dennoch nicht aequalis der filia hospitalis.
7. Du rheiniſch Mädchen, wüßt' ich doch, was Gott mit uns beſchl oſſen?— Ich ſchanz' mir in den Kopf ein Loch und ochſe unverdroſſen. Und wärſt du mir auch nie be—⸗ ſcheert, zeitlebens bleibſt du hochgeehrt, weil keine dir aequalis,
dir, filia hospitalis.
VIII.
Ein Sträußchen am Hute, den Stab in der Hand, zieht raſtlos der Wand'rer von Lande zu Land. Er ſieht ſo manch Städtchen, er ſieht manchen Ort; aber fort muß er wieder, muß weiter fort.
2. Wohl ſieht er ein Häuschen am Wege daſtehn, um⸗ kränzet von Blumen und Trauben ſo ſchön; hier möcht's ihm gefallen, hier ſetzt er ſich hin; aber fort muß er wieder, muß weiter zieh'n.
5
3. Da grüßt' ihn ein Mädchen, ſo lieblich und fein; die Züge wie edel, die Blicke wie rein!„Ach wärſt du mein eigen, bei dir blieb ich gern!“ Aber fort muß er wieder, hinaus in die Fern.
4. Bald hat er vollendet die irdiſche Bahn, dann tritt
er wie himmliſche Wanderſchaft an; da ſteht er am Grabe und ſchauet zurück: Was hat er genoſſen vom irdiſchen Glück?
IX.
Wenn im Purpurſch ein blinkt der wilde Wein und am Bach die Weide ſteht bereift; wenn die Zeitlos blüht wenn die Droſſel zieht und ihr Scheidelied vom Schl dohn pfeift;


