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ſtalten, Treue, die ich ihm erwies, hat's mir doch gehalten. Vivat et respublica et qui illam regit! Vivat nostra civitas, maecenatum caritas, duae nos hic protegit.
7. Im latein'ſchen Liede ſaug heut ich alter Knabe meines Lebens ganzen Gang von der Wieg' zum Grabe; komme, wann du willſt, Freund Hein, mich zur Ruh' zu bringen; doch, wie einſt als Füchſelein, will der Greis noch ſingen: Pereat tristitia, pereant osores, pereat diabolus, quivis antiburschius, atque irrisores! Preisgedicht von Ad. Katſch.
VII.
O wonnevolle Jugendzeit mit Freuden ohne Ende,
mit Minnefahrten weit und breit, wo ſich die Schönſte fände. Ich grüße dich, du junges Blut, bin jedem hübſchen Weibe gut, und doch iſt nichts aequalis der filia hospitalis, und doch iſt nichts aequalis der filia hospitalis. 2. Ich kam als kraſſer Fuchs hierher und ſpähte in den Gaſſen, wo mir ein Bett und Zimmer wär', den langen Leib zu faſſen. Fand Sofa nicht, noch Stiefelknecht, und doch war mir die Bude recht, denn keine iſt aequalis der filia hospitalis.
3. Sie iſt ein gar zu herzig Kind mit ihren blonden Zöpfen, die Füßchen laufen wie der Wind im Schuh mit Quaſt' und Knöpfen; die Schürze bauſcht ſich auf der Bruſt, allwo ich ſchau', iſt eitel Luſt, und keine iſt aequalis der filia hospitalis.
4. Im Haus herrſcht ſie als guter Geiſt und zeigt's an jedem erſten: Der einz'ge Schüler war verreiſt, die Kaſſe mir am leerſten. Da wurd' ihr Wort mir Schutz und Schild und ſtimmte den Philiſter mild, drum iſt auch nichts aequalis der filia hospitalis.
5. Vier Miether hat ſie: der Juriſt beſucht nur feine Kreiſe, der Medieiner iſt kein Chriſt, der Theolog— zu weiſe.— Doch mir, mir, dem Philologus, gab ſie in Züchten einen Kuß, und keine iſt aequalis der filia hospitalis.


