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Lieder zum 30. Stiftungs-Commers der Burschenschaft Alemannia zu Gießen am 6. Juli 1892 / [Herausgeber: Burschenschaft Alemannia]
Entstehung
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geſcholten! Mich drückte nicht Ränzel, es zog mich mit Macht, wie flogen ſo pfleilſchnell die Beine, ſie iſt mein Gedanke ee.

3. Und winkt mir im Leben ein freundlicher Stern, ſprach man wohl zum StudioWillkommen! Dann hab' ich zuweilen, auch öfter und gern, ein naſchendes Küßchen genommen. Doch immer wohl hab' ich beim Küſſen gedacht: Am herzigſten küßt nur die eine, ſie iſt ꝛc.

4. Hab' ich im Examen beſtanden mit Ehr', darf frei mir dann wählen und küren, dann nenne ſie keiner Studenten⸗ braut mehr, ſonſt möcht' er die Klinge verſpüren. Dann halt' ich mein Liebchen in traulicher Macht, bis daß der Altar uns vereine, ſie iſt mein Gedanke bei Tag und bei Nacht, dann ſag' ich auch, welche ich meine.

IV.

Es ſaßen beim ſchäumenden, funkelnden Wein e fröhliche Burſche und ſangen; es ſchallte und brauſte das Jubellied, und luſtig die Becher erklangen.

2. Der Erſte, ein Jüngling mit dunkelem Haar, hob hoch in der Rechten den Becher:Dem Vater Rhein, der den Wein uns erzog,:: ein donnerndes Vivat, ihr Zecher!::

3.Es lebe der Rhein! es lebe der Rhein! ſo ſchallt es heraus in das Weite; da griff in der Laute Saiten und ſprach mit blitzendem Auge der Zweite:

4.Hoch lebe die liebe Frau Muſika! die haltet in Ehren, ihr Brüder! es lebe Muſik! es lebe Geſang! Laut klingen die Gläſer wieder.

5. Und wie der feſtliche Ruf ertönt noch zu des Geſanges Preiſe, da ſchwingt ſchon der Dritte den Becher empor und ſpricht zu der Freunde Kreiſe:

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