Druckschrift 
Lieder zum 30. Stiftungs-Commers der Burschenschaft Alemannia zu Gießen am 6. Juli 1892 / [Herausgeber: Burschenschaft Alemannia]
Entstehung
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6.Was ſoll uns der Wein, was ſoll der Geſang, wenn die Liebe nicht innig im Bunde? Ihr Brüder, der Liebe ein donnerndes Hoch, ein Hoch aus des Herzens Grunde!

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7.Es lebe die Liebe, die Freundſchaft hoch! ſo ſchallt es von Munde zu Munde; ſie reichen die Hand ſich und herzlichen Kuß, und leeren das Glas bis zum Grunde. Robert Keil.

V.

Ich war Brandfuchs noch an Jahren, zwei Semeſter zählt' ich nur, und ich dachte nicht ans Sparen, folgte meiner Brüder Spur. N. N. gab uns, fette Weide, er bediente unſern Bund. Alles nahm ich auf die Kreide und war immer auf dem Hund, alles nahm ich auf die Kreide und war immer auf dem Hund, und war immer auf dem Hund.

2. Wo drei Tiſche einſam ſtehen, trank ich manchen Rauſch mir an; heimwärts konnt' ich kaum mehr gehen, taumelnd ſchritt ich meine Bahn. War Commers, ertönten Lieder aus des Branders voller Bruſt,:: dann erſt trank ...,/ ich alles nieder in bacchantiſch wilder Luſt.

3. Auf den weinumlaubten Höhen hab' ich oftmal auch gehockt. Manches mußt' mir entgehen, mancher Zehner ward entlockt. Zwar die Mädchen ſind mir lieber, doch ich ſcheute die Gefahr; denn ſchon mancher klagte drüber, daß er allzu glücklich war.

4. Lieber als des Hofraths Lehren war mir ſtets der Schläger Klang; wer wird leere Worte hören, wen der Burſchengeiſt durchdrang? Wer wird im Collegium ſchwitzen, wem empört's nicht die Natur, wenn die blanken Hieber blitzen, wenn begrenzt iſt die Menſur?

5. Ob ich auch Collegia ſchwenzte, fehlt ich im Commers haus nie, ob ich manches Glas kredenzte, manchen Schoppen wieder ſpie: Brüder, ehrt das Burſchenleben, Brüder's iſt eſo eng begrenzt, darum laßt die Lehr euch geben: pauket wacker, ſauft und ſchwenzt!