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II.
Kommt, Brüder, trinket froh mit mir, ſeht, wie die Becher ſchäumen! Bei vollen Gläſern wollen wir ein Stünd⸗ chen hier verträumen! Das Auge flammt, die Wange glüht, in kühnern Tönen rauſcht das Lied, ſchon winkt der Götter⸗ wein; Schenkt ein! Schenkt ein! Schon winkt der Götterwein! Schenkt ein!
2. Doch was euch tief im Herzen wacht, das will ich jetzt begrüßen, dem Liebchen ſei dies Glas gebracht, der Einzigen, der Süßen. Das höchſte Glück für Menſchen⸗ bruſt, das iſt der Liebe Götterluſt, ſie trägt euch himmelan! Stoßt an!
3. Ein Herz, im Kampf und Streit bewährt bei ſtrengem Schickſalswalten, ein freies Herz iſt Goldes werth, das müßt ihr feſt erhalten. Vergänglich iſt des Lebens Glück, drum pflückt in jedem Augenblick euch einen friſchen Strauß! Trinkt aus!
4. Jetzt ſind die Gläſer alle leer; füllt ſie noch einmal
wieder! Es wogt im Herzen hoch und hehr— wir ſind ja alle Brüder, von einer Flamme angefacht— dem deutſchen
Volke ſei's gebracht, auf daß es glücklich ſei und frei! Th. Körner.
III.
Mel.: Von allen den Mädchen ꝛc.
Ich bin ein Student und ein leichter Geſell, hab' Freud' an der Lieb' und am Wandern. Ich ſchaue in Aeugelein dunkel und hell und flattre von einer zur andern. Hab' ich auch mit vielen geſcherzt und gelacht, am beſten gefällt mir die eine; ſie iſt mein Gedanke bei Tag und bei Nacht: nur ſag' ich nicht, welche ich meine.
2. Und kehr ich zur Ferienzeit froh mich von hier, wie eilt's mich, wie treibt's mich zur Holden, wie war ich im Geiſte ſo ſchnell dann bei ihr, wie träg' hab' die Bein ich


