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Lieder zum 25. Stiftungs-Commers der Burschenschaft Alemannia zu Gießen am 29. Juli 1887 / [Herausgeber: Burschenschaft Alemannia]
Entstehung
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2. Der Wald ſteht grün, die Jagd geht gut, ſchwer iſt das Korn gerathen, ſie können auf des Maines Fluth die Schiffe kaum verladen. Bald hebt ſich auch das Herbſten an, die Kelter harrt des Weines: der Winzer Schutzherr Kilian beſcheert uns etwas Feines. Valleri ꝛc.

3. Wallfahrer ziehen durch das Thal mit fliegenden Standarten, hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten. Wie gerue wär' ich mitgewallt ihr Pfarr' wollt' mich nicht haben! So muß ich ſeitwärts durch den Wald als räudig Schäflein traben. Valleri ꝛc.

4. Zum heil'gen Veit von Staffelſtein komm' ich empor⸗ geſtiegen, und ſeh' die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen: Vom Bamberg bis zum Grabfeldgau um⸗ rahmen Berg und Hügel die breite, ſtromdurchglänzte Au ich wollt', mir wüchſen Flügel! Valleri ꝛc.

5. Einſiedelmann iſt nicht zu Haus, edent es Zeit zu mähen; ich ſeh' ihn an der Halde draus bei einer Schnitt' rin ſtehen. Verfahrner Schüler Stoßgebet heißt: Herr, gieb uns zu trinken! Doch wer bei ſchöner Schnitt'rin ſteht, dem mag man lange winken. Valleri ꝛc.

6. Einſiedel, das war mißgethan, daß du dich hubſt von hinnen! Es liegt, ich ſeh's dem Keller an, ein guter Jahr⸗ gang drinnen. Hoiho! die Pforten brech' ich ein und trinke, was ich finde. Du heil'ger Veit von Staffelſtein, verzeih' mir Durſt und Sünde! Valleri ꝛc.

VI.

Das Jahr iſt gut, braun Bier iſt gerathen, d'rum wünſch' ich mir nichts, als dreitauſend Dukaten, damit ich kann ſchütten braun Bier in mein Loch; und je mehr ich davon trinke, deſto beſſer ſchmeckt's noch, deſto beſſer ſchmeckts noch.

2. Seh' ich ein braun Bier, o welch' ein Vergnügen! da thu' ich vor Freuden die Mütze abziegen, betracht' das Gewächſe, o große Allmacht! das aus einem Traur'gen :; einen Luſtigen macht.:B