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5. Hei! was die Becher klangen, wie brannte Hand in Hand:„Es lebe die Liebſte deine, Herzbruder, im Vater⸗ land!
IV.
Keinen Tropfen im Becher mehr und der Beutel ſchlaff und leer, lechzend Herz und Zunge.— Angethan hat's mir dein Wein, deiner Aeuglein heller Schein, Linden⸗ wirthin, du junge! Lindenwirthin, du junge!
2. Und die Wirthin lacht und ſpricht:„In der Linde giebt es nicht Kreid' und Kerbholz, leider haſt du keinen Heller mehr, gieb zum Pfand dein Ränzel her, aber trinke weiter, aber trinke weiter!“
3. Tauſcht der Burſch ſein Ränzel ein gegen einen Krug voll Wein, thät zum Gehn ſich wenden. Spricht die Wir⸗ thin: huna d haſt ja Mantel, Stab und Hut; trink und laſſ' dich pfänden, trink und laſſ' dich pfänden!“
4. Da vertrank der Wanderknab Mantel, Hut und Wan⸗ derſtab, ſprach betrübt:„Ich ſcheide. Fahre wohl, du kühler Trank, Lindenwirthin jung und ſchlank, ſchönſte Augenweide, ſchönſte Augenweide!“
5. Spricht zu ihm das ſchöne Weib:„Haſt ja noch ein Herz im Leib, laſſ' es mir zum Pfande!“ Was geſchah, ich thu's euch kund: Auf der Wirthin rothem Mund heiß ein andrer brannte, heiß ein andrer brannte.
6. Der dies neue Lied erdacht, ſang's in einer Sommer⸗ nacht luſtig in die Winde. Vor ihm ſtund ein volles Glas, neben ihm Frau Wirthin ſaß unter der blühenden Linde, unter der blühenden Linde.
V.
Wohlauf, die Luft geht friſch und rein, wer lange ſitzt, muß roſten, den allerſonnigſten Sonnenſchein läßt uns der Himmel koſten. Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zu guter Sommerzeit in's Land der Franken fahren! Valleri, vallera, valleri, vallera, in's Land der Franken fahren!


