Ansprachen. 31
Umfangreich und vielseitig ist unsere Bücherei, der die SPENGEESche Privatbibliothek schon zu BEoHERs Zeiten als Ge- schenk des Herrn Dr. LErrz einverleibt wurde. Die Neuordnung der Bücherei, insbesondere die Katalogisierung der etwa 17000 Ein- zelschriften, die das Institut jetzt insgesamt besitzt, lief über etwa 5 Jahre hinweg. Die Zeitschriften, welche SPENGEL Z. T. im Austausch gegen die ihm als Herausgeber zustehenden Stücke der Zoologischen Jahrbücher erhielt, konnten freilich in dem bis- herigen Umfange nicht weiter bezogen werden. Beansprucht doch die Bibliothek etwa den dritten Teil des Haushaltgeldes, ein Opfer, das öfter auch anderen Fächern zugute kommt. Die Bücherei befindet sich in 3 verschiedenen Räumen: die Zeitschriften in einem Zimmer neben dem Hörsaal(das BEoHERS Laboratorium war), die Werke über allgemeine Zoologie in einem Abschnitt des Korridors und die über spezielle Zoologie im Zimmer des Hilfsassistenten.
Die Arbeitsrichtungen, die zur Zeit im Gießener Institut gepflegt werden, sind den Fachgenossen bekannt. Polarisations- optische Erforschung des submikrospkopischen Baues der tieri- schen Gewebe, Einwirkungen des Lichtes auf den Tierkörper, Morphologie und Ökologie der Mollusken sind die Hauptgebiete. Herr E. KESSEI hat auf meine Veranlassung eine Liste der 233 Ver- öffentlichungen zusammengestellt, die aus dem Institut hervor- gegangen sind, seitdem es unter meiner Leitung steht; ich bitte auch diese Druckschrift als eine Erinnerung an die Gießener Tagung entgegenzunehmen.
Wenn ich bisher die guten Seiten unseres Institutes heraus- gestellt habe, so darf ich doch nicht verschweigen, daß manches andere sehr im argen liegt. Vor allem drückt uns Raumnot, über die schon SPENGEL geklagt hat, und die wohl verständlich ist, wenn man erwägt, daß dem Institut heute nicht mehr Räume zur Verfügung stehen als vor 48 Jahren. Alles ist jetzt vollgepfropft: wir haben kein Zimmer, in dem eine Versuchsanordnung ungestört aufgestellt werden könnte, von Abstellräumen ganz zu schweigen. Auch sind wir in der Haltung von Tieren in unerträglicher Weise beschränkt. Zwar befindet sich im Garten ein mit doppeltem Glasdach versehenes Tierhäuschen, das hauptsächlich als Aquarium dienen sollte, und an dessen Außenwände Käfige zur Haltung anderer Tiere angeschlossen sind. Aber diese Anlage
⸗ Sonderdruck aus Ber. Oberhess. Ges. Natur- u. Heilk. zu Gießen 18(1938), naturwiss. Abt., S. 159- 175.


