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Einiges aus der Geschichte der Zoologie in Gießen / Herr Prof. W. J. Schmidt
Entstehung
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28 Ansprachen.

1921 nach Gießen berufen, nimmt BEoHER ein drittes Arbeits- gebiet in Angriff, dessen voller Ausbau freilich ihm nicht beschieden war: Auf unserer Versammlung im Jahre 1923 führte er die scheu- chende Wirkung des ultravioletten Lichtes auf die Daphniden in eindrucksvollen Versuchen vor und erläuterte den Einfluß der Wellenlänge des Lichtes auf die Augenbewegung dieser Tiere.

Solcher Blick über BEcHERS wertvollste Leistungen läßt er- messen, welchen Antrieb er unserer Zoologie noch hätte erteilen können. Was er als Lehrer und Mensch seinen Schülern war, hat E. MERKER in pietätvollem Nachruf geschildert und auch, wie BEOHERS Geschick sich vollendete: Mehr und mehr trat das Leiden hervor, das nur scheinbar in der Jugend überwunden, seinen allzu frühen Tod herbeiführte. Der Ruf nach Breslau 1925 erreichte den Schwerkranken und dort ist BEoHER im Januar 1926 verloschen. Wie uns als Letztes von SPENGEES Hand der Nachruf auf den Vorgänger Lopwic verblieb, so ist BEoHERS vorletzte Veröffentli- chung das Lebensbild von SPENGELE, zugleich ein ergreifendes Denkmal seiner selbst.

BCHERS Gesundheitszustand hat es mit sich gebracht, daß seine Pläne für die Neugestaltung des Gießener Institutes in den Anfängen stecken blieben. Als ich 1926 die Leitung übernahm, fand ich die Dinge im wesentlichen so, wie SPENGEL sie 1902 in unseren Verhandlungen geschildert hat. Der im bahnwärts ge- legenen Flügel befindliche Saal enthielt die vergleichend ana- tomische Sammlung, der straßenwärts gelegene die systema- tisch-zoologische; in diesem waren aber schon zu SPENGELS Zeiten Vorkehrungen getroffen worden, um an den Fenstern der einen Längsseite Arbeitsplätze für Praktikanten zu schaffen. Im Einvernehmen mit dem Ministerium ließ ich die vergleichend- anatomische Sammlung völlig ausräumen nur zwei Walskelette an der Decke künden noch die ehemalige Verwendung des Raumes und die Gegenstände auf dem Speicher unterbringen, der schon früher beträchtliche ältere Teile der Sammlung, vor allem gestopfte Säuger und Vögel, hatte aufnehmen müssen. In dem entleerten Saal, der nur Oberlichtfenster besaß, wurden die zugehörigen unteren Fensterabschnitte ausgebrochen, Gas-, Wasser- und elek- trische Leitungen verstärkt, und so ein Laboratorium für die ganztägige Arbeit der Studierenden geschaffen, das an den zwei Längsseiten 12 Fensterplätze enthält. Die ehemals an den Wänden stehenden Schränke mit verglasten Türen dienen jetzt, in der Mitte des Raumes zusammengestellt, zum Aufheben von Instru-