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Einiges aus der Geschichte der Zoologie in Gießen / Herr Prof. W. J. Schmidt
Entstehung
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20 Ansprachen.

an der politischen Erhebung der Jahre 1848/49 führend beteiligt, von der Hessischen Regierung aus dem Amte entlassen wurde. Er ging dann nach der Schweiz und wurde 1852 Professor der Geologie und später auch der Zoologie in Genf. Dort entstanden seine philosophischen und deszendenztheoretischen Streitschriften, die ihn weithin als»Materialisten« bekannt machen sollten, und dort ist er 1895 gestorben.

Nachfolger Voors wurde 1850 RUDOLE LEUCKART. Er war 1822 in Helmstädt geboren, hatte in Göttingen seit 1842 Medizin studiert, vor allem als Schüler des Zootomen und Physiologen RüUDOLE WAGNER, sich dort 1845 den medizinischen Doktorgrad erworben und 1847 für Zoologie habilitiert. Den 28jährigen also erreichte der Ruf nach Gießen als außerordentlicher Professor der Zoologie; 1855 wurde er zum Ordinarius ernannt. Segensreich hat LEockART in Gießen 19 Jahre und von 1869 ab noch 29 in Leipzig gewirkt, wo er 1898 starb.

Bald nach seiner Berufung hatte LEukARr von der Regierung die Anstellung eines eigenen Konservatorsz und die Beschaffung von Instrumenten erlangt. Seinem Fleiß verdankte die Sammlung eine große Anzahl von Spirituspräparaten aller Gruppen des Tierreiches; die meisten von diesen sind freilich schon vor Jahren der zerstörenden Wirkung der Zeit zum Opfer gefallen. Wohl als erster in Deutschland hat LEuckAkr hier zoologische Übungen abgehalten.

All' diesen Bestrebungen LEuckaARrs kam die UÜbersiedlung des Zoologischen Institutes, wie das Kabinet von jetzt ab heißt, aus dem alten Gebäude auf dem Brandplatz in das yneue Anatomiegebäude«(Bahnhofstr. 84) zugute. Zwar waren hierfür schon 1835 Mittel in dem Universitätshaushalt eingesetzt und der Bau 1845 begonnen worden, aber das Vorhaben wurde erst unter dem Anatomen und Physiologen THEODOR WILHELM BISCHOFF zu Ende geführt. In diesem Gebäude fanden Anatomie und pathologische Anatomie 1849, Physiologie und Zoologie 1851 Unterkunft. Die Zoologie erhielt im ersten Stock zwei große Sammlungsräume(in den Flügeln) und ferner drei Zimmer, zu denen später(bei Lopwids Berufung) noch ein weiteres kam. Die Zimmer dienten als Arbeitsräume für Direktor, Konservator und Studierende. Als 1890 Pathologie und Physiologie eigene

2 GIESEE; spätere Präparatoren: ZINSER, SrADELMANXN, seit 1908 HUGO SCHMIDT.