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Darmstädter Liederbuch : herausgegeben anläßlich des 45-jährigen Stiftungsfestes, S.S. 27
Entstehung
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4. So ſchwört es laut bei unſerm deutſchen Schwerte, dem Bunde treu im Leben und im Tod! Auf, Brüder, auf! und

ſchützt die Datererde und ruft hinaus ins beut. ge Morgenrot: Ob Sels uſw.

5. Und du, mein Liebchen, das in ſüßen Stunden den Freund beſeelt mit manchem Blick und Wort, dir ſchlät mein herz noch über Grab und Wunden, denn ewig dauert treue Liebe fort! Ob Fels uſw.

6. Trennt das Geſchick des großen Bundes Glieder, ſo reichet euch die treue Bruderhand! Noch einmal ſchwört's, ihr meine deutſchen Brüder: Dem Bunde treu und treu dem Daterland! Ob Sels uſw.. Hinkel. 1815.

68. Das tumme Brüderlein. Volksweiſe.

1. Wo ſol ich mich hinkehren, ich tummes Brüderlein? Wie ſol ich mich erneren? mein gut iſt viel zu klein; als ich ein Weſen han, ſo muß i bald davon, was ich ſol heu'r verzeren, das hab ich fernt vertan.

2. Ich bin zu früh geboren, ja wo ich heut hin kum, mein glück kumt mir erſt morgen; het ich das keiſertum, darzu den Zoll am Rhein, und wär Denedig mein, ſo wär es als verloren, es müſt verſchlemmet ſein.

3. So wil ich doch nit ſparen und ob ichs als verzer, und wil darumb nit ſorgen, got bſchert mir morgen mer; was hilfts, daß ich lang ſpar? vielleicht verlür ichs gar, ſolt mirs ein dieb außtragen, es rewet mich ein jar.

4. Ich wil mein gut verpraſſen mit ſchlemmen frü und ſpat und wil ein ſorgen laßen, dem es zu herzen gat; ich nim mir ein ebenbild, bei manchem tierlein wild, das ſpringt auf grüner heide, gott bhüt im ſein gefild!

5. Ich ſiech auf breiter heide vil manches blümlein ſtan, das iſt ſo wol bekleidet: was ſorg ſolt ich denn han, wie ich gut über kum? ich bin noch friſch und jung, ſolt mich ein not anlangen, mein herz weſt nichts darumb.

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