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Darmstädter Liederbuch : herausgegeben anläßlich des 45-jährigen Stiftungsfestes, S.S. 27
Entstehung
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3. Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten, hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten. Wie gerne wär' ich mitgewallt, ihr pfarr' wollt' mich nicht haben! So muß ich ſeitwärts durch den Wald als räudig Schäflein traben. Valleri uſw.

4. Zum heil'gen Veit von Staffelſtein komm' ich empor⸗ geſtiegen, und ſeh' die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen: Von Bamberg bis zum Grabfeldgau um rahmen Berg und hügel die breite ſtromdurchglänzte Au ich wollt', mir wüchſen Slügel! Valleri uſw.

5. Einſiedelmann iſt nicht zu haus, dieweil es Zeit zu mähen; ich ſeh' ihn an der halde draus bei einer Schnitt'rin ſtehen. Verfahrner Schüler Stoßgebet heißt: herr, gib uns zu trinken! Doch wer bei ſchöner Schnitt'rin ſteht, dem mag man lange winken. Valleri uſw.

6. Einſiedel, das war mißgetan, daß du dich hubſt von hinnen! Es liegt, ich ſeh's dem Reller an, ein guter Jahr⸗ gang drinnen. hHoiho! die pforten, brech ich ein und' trinke, was ich finde. Du heiliger DVeit von Staffelſtein, verzeih' mir Durſt und Sünde! Dalleri uſw. J. v. Scheffel.

6. Bundeslied.

Franz. Volksweiſe.

1. Wo mut und Uraft in deutſcher Seele flammen, fehlt nie das blanke Schwert beim Becherklang; wir ſtehen feſt und halten treu zuſammen, und rufen's laut im feurigen Geſang: Ob Sels und Eiche ſplittern, wir werden nicht erzittern! l: Den Jüngling reißt es fort mit Sturmeswehn, fürs Vaterland in Kampf und Cod zu gehn. I

2. Rot, wie die Liebe, ſei der Brüder Zeichen, rein, wie das Gold, der Geiſt, der uns durchglüht, und daß wir nie, im Tode ſelbſt nicht weichen, ſei ſchwarz das Band, das unſre Bruſt umzieht! Ob Sels uſw.

3. Wir wiſſen noch den treuen Stahl zu ſchwingen, die Stirn iſt frei und ſtark der Arm im Streit! Wir dauern aus und wollen mutig ringen, wenn es der Ruf des Yaterlands gebeut. Ob Sels uſw.

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