2 Die Schriften der Alten ſtudierten wir gut: Sie haben ins Schwarze getroffen, Anakreon und hHoratius, die größten der Philoſophen. Drum, Alter, laß ab von ſcheltendem CTun, und denke der Söhne, der lieben,[: und denke der Zeit, wo du voreinſt vielleicht es noch ärger getrieben!:.
3. Ein Weilchen nur währt's, ſind Saus und Braus vom Strudel des Lebens verſchlungen: die tobenden Wogen der Jugendluſt, die himmelan jauchzend geſprungen. Phi⸗ liſter heißt man und alles iſt aus; und die am tollſten gewettert, ſind ſtill und ſtumm, die Lieder vertönt, die Becher der Freude zerſchmettert.
4.(Belebt.) Drum heiſa, hallo und dreingehaut! Zum Teufel mit Kummer und Sorgen! Laßt kreiſen das horn, bis hahnenſchrei verkündet den kommenden Morgen. Sum Trübſalblaſen kommen wir noch, wallt Blondhaar ſilbern dem Greiſe: Es lebe die ſelige Jugendzeit, Holdlieb und die launige Weiſe!
5. Wir lugen hinaus in die ſonnige Welt allzeit mit lachenden Augen, und wenn ſie uns heute auch nicht mehr gefällt, VDerzagen kann nimmermehr taugen. Wir wandern und ſingen und tragen die Not und glauben, aus finſterer Wolke bricht einmal wieder ein Morgenrot der Heimat und unſerm Volke. G. H. Bienert.
66. Pied fahrender Schüler. Weiſe von D. E. Becker 1861.
1. Wohlauf, die Luft geht friſch und rein, wer lange ſitzt, muß roſten; den allerſonnigſten Sonnenſchein läßt uns der himmel koſten. Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zu guter Sommerszeit ins Land der Franken fahren! Dalleri, vallera, valleri, vallera, ins Land der Franken fahren!
2. Der Wald ſteht grün, die Jagd geht gut, ſchwer iſt das Korn geraten; ſie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen. Bald hebt ſich auch das herbſten an, die Relter harrt des Weines; der Winzer Schutzherr Rilian beſchert uns etwas Feines. Dalleri uſw.
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