6. Vein. größer freud auf erden iſt, denn gutes leben han, mir wirt nicht mer zu diſer friſt denn ſchlemmen umb und⸗ an, darzu ein guter mut; ich reis nit ſer nach gut als mancher reicher burger nach großem wucher tut.
7. Der gwint ſein gut mit ſchaben, darzu mit großer not, wenn erein ru ſol'haben, leit er als ſei er tot: ſo bin ich friſch und jung, got verleih mir vil der ſtund! got bhüt mich jungen knaben, daß mir kein unmut kum!
8. Ich laß die Vögel ſorgen gen diſem winter kalt; wil uns der wirt nit borgen, mein rock gib ich im bald, das wammes auch darzu; ich hab weder raſt noch ru den abend als den morgen biß daß ichs gar vertu.
9. Steck an die ſchweinen braten, darzu die hüner jung! darauf mag uns geraten ein friſcher freier trunk; trag einher külen wein und ſchenk uns tapfer ein! mir iſt ein beut geraten, die muß verſchlemmet ſein.
10. Drei würfel und ein karten, das iſt mein wapen
frei, ſechs hübſcher frewlein zarte, an ieklicher ſeiten drei;
ruck her, du ſchönes weib! du erfrewft mirs herz im leib, wol in dem roſengarten dem ſchlemmer ſein zeit vertreib!
11. Ich bind mein ſchwert an dſeiten und mach mich bald davon, hab ich denn nit zu reiten, zu fußen muß ich gan, esiſt nit allzeit gleich, ich bin nit allweg reich, ich muß derzeit erbeiten, bis ich das glück erſchleich.
65. Kurfürſt friedrich⸗
Weiſe von⸗K. Hering.
1. Wütend wälzt ſich einſt im Bette Kurfürſt Sriedrich⸗
von der pfalz; gegen alle Etikette brüllte er aus vollem
Hals: Wie kam geſtern ich ins Neſt? Bin, ſcheint's, wieder voll geweſt! Wie kam geſtern ich ins Neſt? Bin, ſcheint's,
wieder voll geweſt!
2. Na ein wenig ſchief geladen, grinſte drauf der Kammer⸗ mohr, ſelbſt von Mainz des Biſchofs Gnaden kamen mir
benebelt vor, ſ:'s war halt doch ein ſchönes Seſt: Hlles
wieder voll geweſt!*]
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