59. Rheintreue.
Singweiſe: Wir lugen hinaus in die ſonnige Welt.
1. Was walleſt du ſtumm durch den blühenden hain, was rauſcheſt du müd' und beklommen? Wo ſind deine lachenden Lieder, o Rhein? Die Freiheit ward dir ge⸗ nommen, Sei ſtill! Schon rauſcht es durch Buſch und Ried, wir kennen dies trauliche Klingen, auch du wirſt wieder ein Jubellied von goldiger Freiheit ſingen.
2. Drum walle und rauſche, du heiliger Strom, getroſt durch die weinenden Lande. Grüß' Berge und Burgen, Städte und Dom, und ſegne die Reben am Strande. Und walleſt du dann in die Meere hinein, ſchrei' laut es hinaus in die Weiten: Ich bin der ſtolze deutſche Rhein, deutſch will ich bleiben allzeiten.
3. Sie lullen mit ſchmeichelnden Worten dich ein, und wollen dir Reichtum verheißen, ſie wollen dich, treuer Dater Rhein, der armen Mutter entreißen. Drum ſoll uns um— krallen, wie Eiſen ein Band, kein Teufel ſoll es zerſpalten. Ein Volk, ein Gott, ein DVaterland! Den Treuſchwur, den wollen wir halten!
4. Und nun vergeßt, was verſchlungen die Flut, was hilft alles Klagen und Wimmern? Wir wollen aus dem zerſtampften Gut ein neues Vaterland zimmern. Den Mörtel heran, heran das Geſtein, friſch auf, zum mutigen Wagen. Die deutſche Jugend am deutſchen Rhein baut auf, was das Schickſal zerſchlagen. Schregel⸗Düren.
60, Wenn ich einmal der Herrgott wür. Weiſe von Karl Binder.
1. Wenn ich einmal der Herrgott wär', mein erſtes wäre das: Ich nähme meine Allmacht her und ſchüf ein großes Saß, ein Saß, ſo groß als wie die Welt, ein Meer göſſ' ich hinein, von einem bis zum andern Belt voll Rüdesheimer Wein, von einem bis zum andern Belt voll Rüdesheimer Wein.
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