57. Leichter Wanderer.
1. Ein heller und ein Batzen, die waren beide mein, der Heller ward zu Waſſer, der Batzen ward zu Wein! Juchheidi! Juchheida! valleri juchhei! der Heller ward zu Waſſer, der Batzen ward zu Wein!
2. Die Mädel und die Wirtsleut, die rufen beid: o weh! die Wirtsleut, wenn ich komme, die Mädel, wenn ich geh.
3. Mein' Stiefel ſind zerriſſen, mein' Schuh die ſind entzwei, und draußen auf der heiden da ſingt der Vogel frei.
4. Und gäb's kein Landſtraß nirgend, da ſäß ich ſtill zu Haus, und gäb's kein Loch im Saſſe, da tränk ich gar nicht draus.
(5. Das war'ne rechte Freude, als mich der hergott ſchuf,'n
Rerl wie Samt und Seide, nur ſchade, daß er ſuff.) H. v. Schlippenbach. 1830.
58, Heute iſt heut. Weiſe von V. E. Becker.
1. Was die Welt morgen bringt, ob ſie mir Sorgen bringt, Leid oder Freud? Komme, was kommen mag, Somnenſchein, Wetterſchlag, morgen iſt auch ein Tag, heute iſt heut! morgen iſt auch ein Tag, heute iſt heut.
2. Wenn's dem Geſchick gefällt, ſind wir in alle Welt morgen zerſtreut! Drum laßt uns luſtig ſein! Wirt, roll das Saß herein! l: Mädel, ſchenk ein, ſchenk ein! heute iſt heut! J
3. Ob ihren Roſenmund morgen ſchön hildegund anderen beut— danach ich nimmer frag, das ſchafft mir keine Plag, wenn ſie mich heut nur mag— heute iſt heut!
4. Klingklang, ſtoßt an und ſingt! Morgen vielleicht erklingt Sterbegeläut! Wer weiß, ob nicht die Welt morgen in Schutt zerfällt. Wenn ſie nur heut noch hält! Heute iſt heut! Rudolf Baumbach. 1882.
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