2. Steht alſo in keinem Büchel, wie man's auf dem
herzen hat: Wanderſchaft mit leerem Beutel und ein Schätzel
in der Stadt! Wenn das Mädel ſingen könnte, wär's gezogen mit hinaus; doch es hat'ne heiſre Kehle, darum ließ ich es zu haus. Ei, da gab es naſſe Augen,'s war mir ſelbſt nicht einerlei, ſprach ich:'s iſt ja nicht für ewig, ſchönſtes Nannerl, laß mich frei!
3. Und ich ſchlüpft aus ihren Armen, aus der Kammer, aus dem hHaus, konnt nicht wieder rückwärts ſchauen, bis ich war zur Stadt hinaus. Da hab ich dies Lied geſungen, hab die Siedel zu geſpielt, bis ich in den Morgenlüften auf der Bruſt mich leicht gefühlt. Manches Vöglein hat's vernommen, flög nur eins an Liebchens Ohr, ſäng ihr, wenn ſie weinen wollte, dieſes friſche Liedl vor!
4. Wenn ich aus der Fremde komme, ſpiel ich auf aus anderm Ton, abends unter ihrem Fenſter, Schätzel, Schätzel, ſchläfft du ſchon? hoch geſchwenkt den vollen Beutel, das gibt eine Muſika!'s Fenſter klirrt, es rauſcht der Laden, heilige Cäcilia! All ihr Prager Muſikanten, auf, heraus mit Horn und Baß, ſpielt den ſchönſten Hochzeitsreigen, morgen leeren wir ein Saß! Wilh. Müller.
46. An den Rhein⸗ Weiſe von Jul. Marx. 1895.
1. Mit einer Mappe unterm Arm wollt ins Rolleg ich ziehn, doch ach, die Frühlingsſonne hell ſo gar verlockend ſchien, es ſprach der Wald, ein jeder Zweig:„Hinauf auf unſre Berge ſteig!“ Da war's um mich geſchehn, da wars um mich geſchehn.
2. Und wieder lenkt ich meinen Schritt zur Univerſität, da auf der Straße grad mein Aug ein Mägdelein erſpäht; das ſchaute mich hold lächelnd an, nur kurze Zeit ich mich beſann, l: da wars um mich geſchehn.:
3. Und wieder ſpürt ich Studienluſt trotz heißem Sonnen⸗ brand, die Kehle davon trocken ward, am Weg ein Wirts⸗ haus ſtand, drin hört ich luſt'gen Burſchenſang, drin tönte lauter Gläſerklang, da war's um mich geſchehn.
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