2.(Mit verſtellter Stimme.) Einſt ſprach der Rektor kummerſchwer:„Es will mich faſt bedünken, als ob die herrn Studenten mehr, als ihnen ziemet, trinken. Laßt's Eure Sorge ſein, Pedell, daß Maß die Jugend halte!“ Da eilte der Getreue ſchnell zur Schenke, wo es ſchallte: Die Welt iſt rund und muß ſich drehn, was oben war, muß unten ſtehn. Wein her!
3. Es rann das große Kusſtichfaß im Schank zum goldnen Cöwen: der Boden und der Tiſch war naß von edlem Blut der Reben. Der herr Pedell kam, ſah und trank erſt Neuen und dann Alten, bis ſchwer das haupt ihm niederſank und ſeine Lippen lallten: Die Welt iſt rund uſw.
4. Tags drauf der Rektor zürnend ſprach:„Auch Ihr zählt zu den Toren; jetzt geht und ruft in mein Gemach die herren Profeſſoren.“—„Ihr werten Herrn, nun ſteht mir bei, den uns vertrauten Seelen zu legen Suff und Völlerei und das verwünſchte Gröhlen: Die Welt iſt rund uſw.
5. Es ſaßen bis nach Mitternacht zuſammen die hHoch⸗ weiſen, und weil das Sprechen durſtig macht, ließ man den Becher kreiſen; und als der Herr Pedell ſein Ohr ge⸗ näh'rt der Cüre Spalte, fuhr er mit freud'gem Schreck empor, dieweil es drinnen ſchallte: Die Welt iſt rund uſw.
6. Es war den herrn am nächſten Tag im Kopfe etwas öde; von Schwelgerei und Zechgelag war weiter nicht die Rede. Studenten trinken und Senat ſeitdem in gleicher Weiſe, und himmelwärts ſchallt's früh und ſpat aus luſt'ger
Zecher Kreiſe: Die Welt iſt rund uſw. Rudolf Baumbach.
45. Der Prager Muſikant. Weiſe von O. Wildner. 1895.
1. Mit der Sidel auf dem Rucken, mit dem Kappel in der hand ziehn wir Prager Muſikanten durch das weite Chriſtenland. Unſer Schutzpatron im hHimmel heißt der heil'ge Repomuk, ſteht mit ſeinem Sternenkränzel mitten auf der Prager Bruck. Als ich da hinausgewandert, hab' ich Reverenz gemacht, ein Gebet ihm aus dem Kopfe recht bedächtig hergeſagt.
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