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2. Das Leben wird, der Traube gleich, gekeltert und gepreßt; ſo gibt es Moſt, wird freudenreich und feiert manches Seſt. Drum zag ich nicht, engt mir die Bruſt des Schickſals Unmut ein: bald braus ich auf in Lieb und Luſt und werde reiner Wein!: Heida! Juchhe! drum kümmr ich mich nichts drum.—.
3. Die Zeit iſt ſchlecht, mit Sorgen trägt ſich ſchon das junge Blut; doch wo ein herz voll Freude ſchlägt, da iſt die Feit noch gut. herein, herein, du lieber Gaſt, du, Sreude, komm zum Mahl, würz uns, was du beſcheret haſt, kredenze den Pokal!
4. Weg, Grillen, wie's in Sukunft geht, und wer den Septer führt! Das Glück auf einer Kugel ſteht und wunderbar regiert. Die Krone nehme Bacchus hin, nur der ſoll König ſein! Und Freude ſei die Königin, die Reſidenz am Rhein!
5. Beim großen SFaß zu heidelberg da ſitze der Senat und auf dem Schloß Johannisberg der hochwohlweiſe Rat! Der Herrn Miniſter Regiment ſoll beim Burgunderwein, der Kriegsrat und das Parlament ſoll beim Champagner ſein!
6. So ſind die Rollen ausgeteilt und alles wohl beſtellt; ſo wird die kranke Zeit geheilt und jung die alte Welt. Der Traube Saft kühlt heiße Glut, drum leb das neue Reich, ein Sechermut, ein wahrer Mut: Der Wein macht alles gleich. Kuguſt Mahlmann. 1808.
44. Wein her. Weiſe von Franz Abt.
1. Merkt auf, ich weiß ein neu Gedicht von einer hohen Schule, und wenn ſie liegt am Reckar nicht, ſo ſuchet ſie in Thule. Dort ſchwingt den Becher jung und alt, die Unaben, Männer, Greiſe, und tauſendſtimmig hallt und ſchallt die alte hehre Weiſe: Die Welt iſt rund und muß ſich drehn, was oben war, muß unten ſtehn. Wein her! Wein her! Wein her! Wein her! Wein her!
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