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Darmstädter Liederbuch : herausgegeben anläßlich des 45-jährigen Stiftungsfestes, S.S. 27
Entstehung
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30. Das Lied vom Rhein. Weiſe von hans Georg Nägeli.

1. Es klingt ein heller Klang, ein ſchönes deutſches Wortin jedem hochgeſang der deutſchen Männer fort: Ein alter König, hochgeboren, dem jedes deutſche herz geſchworen; wie oft ſein Name wiederkehrt, man hat ihn nie genug gehört.

2. Das iſt der heilge Rhein, ein herrſcher reich begabt, des Name ſchon wie Wein die treue Seele labt. Es regen ſich in aller herzen viel vaterländſche Luſt und Schmerzen, wenn man das deutſche Lied beginnt vom Rhein, dem hohen Selſenkind.

3. Sie hatten ihm geraubt der alten Würden Glanz, von ſeinem Königshaupt den grünen Rebenkranz. In Feſſeln lag der held geſchlagen; ſein Zürnen und ſein ſtolzes Klagen, wir haben's manche Nacht belauſcht, von Geiſter⸗ ſchauern her umrauſcht.

4. Was ſang der alte held? Ein furchtbar dräuend Lied:O weh dir, ſchnöde Welt, wo keine Freiheit blüht, von Treuen los und bar von Ehren; und willſt du nimmer wiederkehren, mein, ach! geſtorbenes Geſchlecht, und mein gebrochnes deutſches Recht?

5.O meine hohe Zeit! mein goldner Lenzestag! als noch in herrlichkeit mein Deutſchland vor mir lag, und auf und ab am Ufer wallten die ſtolzen adligen Geſtalten, die helden weit und breit geehrt durch ihre Tugend und ihr Schwert!

6.Es war ein frommes Blut in ferner KRieſenzeit, voll kühnem Leunenmut und mild als eine Maid. Man ſingt es noch in ſpäten Tagen, wie den erſchlug der arge hagen. Was ihn zu ſolcher Tat gelenkt, in meinem Bette liegt's verſenkt.

7.Du Sünder, wüte fort! Bald iſt dein Becher voll; der Nibelungen hort erſteht wohl, wann er ſoll. Es wird in dir die Seele grauſen, wann meine Schrecken dich umbrauſen.

Ich habe wohl und treu bewahrt den Schatz der alten Rraft und Art!

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herzin ein te zahlte herz.