4. Laßt brauſen, was nur brauſen kann, in hellen lichten Flammen! Ihr Deutſche alle, Mann für Mann, fürs Vater⸗ land zuſammen! und hebt die herzen himmelan! und himmel⸗ an die hände! und rufet alle Mann für Mann:„Die Rnechtſchaft hat ein Ende!“
5. Laßt klingen, was nur klingen kann, die Trommeln und die Flöten! Wir wollen heute Mann für Mann mit Blut das Eſen röten, mit Henkerblut, Franzoſenblut— o ſüßer Tag der Rache! Das klinget allen Deutſchen gut, das iſt die große Sache!
6. Laßt wehen, was nur wehen kann, Standarten wehn und Fahnen! Wir wollen heut uns Mann für Mann zum heldentode mahnen. Auf, fliege, ſtolzes Siegspanier, voran den kühnen Reihen! Wir ſiegen oder ſterben hier den ſüßen Cod der Freien. E. M. Arndt. 1812.
24. Der Mai iſt gekommen. J. W. Lepra. 1843.
1. Der Mai iſt gekommen, die Bäume ſchlagen aus. da bleibe, wer Luſt hat, mit Sorgen zu haus! Wie die Wolken dort wandern am himmliſchen Zelt, ſo ſteht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.
2. Herr DVater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt'! Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht? Es gibt ſo manche Straße, da nimmer ich marſchiert, es gibt ſo manchen Wein, den ich nimmer noch probiert.
3. Friſch auf drum, friſch auf drum im hellen Sonnen⸗ ſtrahl wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal! Die Quellen erklingen, die Bäume rauſchen all', mein herz iſt wie'ne Lerche und ſtimmet ein mit Schall.
4. Und abends im Städtlein, da kehr' ich durſtig ein: „herr Wirt, mein herr Wirt, eine Kanne blanken Wein! Ergreife die Fiedel, du luſt'ger Spielmann, du! von meinem Schatz das Liedel, das ſing' ich dazu.“
5. Und find, ich keine herberg', ſo lieg' ich zur Nacht wohl unter blauem himmel; die Sterne halten Wacht; im Winde die Linde, die rauſcht mich ein gemach, es küſſet in der Frühe das Morgenrot mich wach.
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