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Darmstädter Liederbuch : herausgegeben anläßlich des 45-jährigen Stiftungsfestes, S.S. 27
Entstehung
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2. Denkſt du daran, welch luſtdurchglühtes Leben beim Ulang der Gläſer uns ſo oft gelacht; wie wir, dem Gott der Freude oft ergeben, dem Antiburſchen Pereat gebracht? Denkſt du daran, wie wir uns Götter dünkten beim Doll⸗ genuß der Burſchenſeligkeit, l: wenn beim Kommers die vollen Becher winkten, o ſprich, Student, denkſt du der ſchönen Seit?:]

3. Denkſt du daran, wie treu dem Burſchenſchwerte für Burſchenehre einſt du mächtig ſchlugſt, und ob dein Gegner ſich auch tapfer wehrte, den ſchweren Sieg davon doch endlich trugſt? Da ſtandeſt du als held, ſo kühn, ſo offen, wie es ſich ziemt für einen deutſchen Mann; daß damals mich dein Freundesblick getroffen, o wackrer Schläger, denkſt du noch daran?

4. Denkſt du daran, mein vielgeliebter Bruder, wie wir ſo froh die Burſchenzeit verlebt? Oft ging's uns gut, oft unter allem Cuder, vor Manichäern hab'n wir nie gebebt. Wenn uns der nervus rerum dann enteilte, der Jude kam, der vielgeliebte Mann, dem man alsdann die Klaſſiker verkeilte, o Freund und Bruder, denkſt du noch daran?

23. Der Gott der Eiſen wachſen ließ. Weiſe von H. Metfeſſel. 1818.

1. Der Gott, der Eiſen wachſen ließ, der wollte keine Unechte, drum gab er Säbel, Schwert und Spieß dem Mann in ſeine Rechte, drum gab er ihm den kühnen Mut, den Zorn der freien Rede, daß er beſtände bis aufs Blut, bis in den Tod die Sehde!

2. So wollen wir was Gott gewollt, mit rechten Treuen halten, und nimmer im Tyrannenſold die Menſchenſchädel ſpalten; doch wer für Tand und Schande ficht, den hauen wir zu Scherben, l: der ſoll im deutſchen Lande nicht mit deutſchen Männern erben. 1

3. O Deutſchland, heil'ges Daterland! o deutſche Lieb und Treue! Du hohes Land! du ſchönes Land! wir ſchwören dir aufs neue: Dem Buben und dem Knecht die Acht! der ſpeiſe Krähn und Raben! So ziehn wir aus zur hermanns⸗ ſchlacht und wollen Rache haben.

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