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Darmstädter Liederbuch : herausgegeben anläßlich des 45-jährigen Stiftungsfestes, S.S. 27
Entstehung
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4. Beim Roſenwirt am Grabentor, da blüht ein fein Gewächs, das heben wir im Glas empor ſchon abends um halb ſechs. Wir heben es gar emſig hoch, wir leeren's auf den Grund um Ritternacht da klingt es noch, ſchallt's noch von Mund zu Mund:Bierlein, rinn uſw.

5. Und ſchlägt mir einſt der Senſemann den Nagel auf die Truh, raſt ich von harter Lebensbahn in kühler Grabesruh, dann ſchwingt bekränzt den Becher mir, dem müden Wandersmann, der euch gelehrt den Spruch zum Bier, und hebet alſo an:Bierlein, rinn uſw.

17. Heim.

Weiſe von B. Seiffert. 1895.

1. Bin durch die Alpen gezogen, wo die Lawine rollt, ſah, wie in Meereswogen tauchte der Sonne Gold. Aber freudig ich tauſchte Alpen und Meeresſtrand für das tannen⸗ durchrauſchte nordiſche heimatland, für das tanendurch⸗ rauſchte nordiſche Heimatland!

2. Schlöſſer ſah ich und Türme ſchimmernd und marmor⸗ weiß; dunkeler Pinien Schirme wiegten im Wind ſich leis, aber ſchöner und beſſer lacht mich immerhin aus li als die Marmorſchlöſſer dünkt mich mein Vaterhaus.

3. Mädlein durfte ich koſen, ſchlank und liliengleich, Frauen wie volle Roſen, üppig und anmutreich; Lilien aber und Roſen werden von der beſiegt, die mich als Rnaben mit Koſen in den Schlaf gewiegt.

18. Bin ein fahrender Beſell⸗ Weiſe von Ludwig Keller. 1894.

1. Bin ein fahrender Geſell, kenne keine Sorgen; labt mich heut der Felſenquell, tut es Rheinwein morgen. Bin ein Ritter lobeſam, reit auf Schuſters Rappen, führ den lockren Zeiſighahn und den Spruch im Wappen: Luſtig Blut und leichter Sinn, hin iſt hin, hin iſt hin, Amen, Umen.

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