3. O Wonneſaft der edlen Reben! O Gegengift für jede pein! Wie matt und wäſſ'rig iſt das Leben, wie ohne Stern und Sonnenſchein, wenn
du, der einzig leuchten kann, nicht zündeſt deine Lichter an!
4. Es wäre Glauben, Liebe, hoffen und alle Herzens— herrlichkeit im naſſen Jammer längſt erſoffen und alles
Leben hieße Leid, wärſt du nicht in der Waſſernot des Mutes Sporn, der Sorge Tod.
5. Drum dreimal Ruf und Klang gegeben! Ihr frohen Brüder, ſtoßet an:„Dem friſchen, kühnen Wind im Leben, der Schiff und Segel treiben kann!“ Ruft Wein, klingt Wein und aber Wein! und trinket aus und ſchenket ein!
6. Hus Feuer ward der Geiſt geſchaffen, drum ſchenkt wir ſüßes Feuer ein! Die Luſt der Lieder und der Waffen,
die Luſt der Liebe ſchenkt mir ein, der Trauben ſüßes Sonnenblut, das Wunder glaubt und Wunder tut!
16. Bierlein, rinn! Weiſe von Otto Lob. 1806.
1. Beim Roſenwirt am Grabentor des abends um halb ſechs, den hammer ſchwingt der Wirt empor und ſchlägt den Zapfen ex! Das ſchlurrt und glurrt aus feuchter Nacht vom Spundloch in die Kann', ei ſeht, wie's Antlitz jedem lacht, jedwedem Zechersmann: Bierlein, rinn! Bierlein, rinn!
Bierlein, rinn! Bierlein, rinn! Was nutzen mir die Kreuzer⸗ lein, wenn ich geſtorben bin!
2. Beim Roſenwirt im Stübel drin, da ſitzt ein junges Blut, die ſchmucke ſchlanke Kellnerin war ihm noch geſtern gut. Doch heute iſt ſie durchgebrannt, fahr wohl, ou falſche hex! Der Burſch kehrt ſein Geſicht zur Wand und ſummt um halber ſechs: Bierlein, rinn! Bierlein, rinn uſw.
3. Beim Roſenwirt am Eichentiſch, da thront ein braver Greis, die Wangen rot, die Kugen friſch, die Haare ſilber⸗ weiß! Schlug ihm gleich manchen großen plan das Schickſal ſchnöd entzwei— um halber ſechs ſchlägt auch wer an, der Alte brummt dabei:„Bierlein rinn uſw.“
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