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Kommers-Lieder des Giessener Wingolf / [vom Gießener Winfolf]
Entstehung
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4. Und die Euch dieſes Lied erdacht, die waren ſelber dort; zu Fuß kam man den Berg herab, die Gelder waren fort. Man haderte mit dem Geſchick und härmte ſich gar ſehr; da hörte man vom edlen Graf die wunderſame Mär. Und man ſaß und vergaß vor ſeiner Burg am Khein allen Schmerz, denn das Herz tröſtet Rüdesheimer Wein.

5.

1. Und wenn ſich der Schwarm verlaufen hat, um die mitter⸗ nächtige Stunde, dann findet unter den Edleren ſtatt eine würdige Tafelrunde. Es ſind erhaben ob Raum und Seit die Ritter von der Gemütlichkeit.

2. Und wie der Zapfen vom Faſſe ſpringt, ſo ſpringt der Deckel vom Herzen, und was ſich drinnen bewegt, das klingt in luſtigen Liedern und Scherzen. Es ſind dem freien Wort ge⸗ weiht die Ritter von der Gemütlichkeit.

3. Wenn einem trocken die Kehle ward und er durſtig lechzt nach dem Maſſen, ſo iſt es dieſer Ritter Art, daß ſie ihn nicht ſterben laſſen. Es ſind dem Wohle der Menſchen geweiht die Ritter von der Gemütlichkeit.

4. Und wenn ſich etliche Toren gar in traurigem Irrtum bekannten, zu jener beklagenswerten Schar der Sekte der Flagel⸗ lanten, denen ſetzen zurecht den Kopf bei Zeit die Ritter von der Gemütlichkeit.

5. Drum lebe hoch das freie Wort, daß friſch von den Lippen es rinne! Drum lebe, wem nicht die Kehle verdorrt und wer nicht verachtet die Minne; drum leben, erhaben ob Raum und Zeit, die Ritter von der Gemütlichkeit.