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3. Und winkt mir im Leben ein freundlicher Stern, ſprach man wohl zum Studio„Willkommen!“ Dann hab' ich zuweilen auch öfter und gern ein naſchendes Küßchen genommen. Doch immer wohl hab' ich beim Küſſen gedacht: Am herzigſten iſt nur die Eine! Sie iſt mein Gedanke ꝛc.
4. Hab ich im Examen beſtanden mit Ehr', darf frei mir dann wählen und küren, dann nenne ſie keiner Studentenbraut mehr, ſonſt möcht' er den Zorn wohl verſpüren. Dann halt' ich mein Liebchen in traulicher Macht, bis daß der Altar uns vereine. Sie iſt mein Gedanke bei Tag und bei Macht, dann ſag' ich auch, welche ich meine.
3.
1. Oalte Burſchenherrlichkeit! wohin biſt du verſchwunden d Nie kehrſt du wieder, gold'ne Zeit, ſo froh und ungebunden! Vergebens ſpähe ich umher, ich finde deine Spur nicht mehr. O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum!
2. Den Burſchenhut bedeckt der Staub, es ſank der Flaus in Trümmer, der Schläger ward des Roſtes Raub, erblichen iſt ſein Schimmer, verklungen der Kommersgeſang, verhallt Rapier⸗ und Sporenklang. O jerum etc.
3. Wo ſind ſie, die vom breiten Stein nicht wankten und nicht wichen, die ohne Moos bei Scherz und Wein den Herrn der Erde glichen d Sie zogen mit geſenktem Blick in das Philiſter⸗ land zurück. O jerum etc.
4. Da ſchreibt mit finſterm Amtsgeſicht der eine Relationen, der andre ſeufzt beim Unterricht, und der macht Renzenſionen; der ſchilt die ſünd'ge Seele aus und der flickt ihr verfallnes haus. O jerum etc.


