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Kommers-Lieder des Giessener Wingolf / [vom Gießener Winfolf]
Entstehung
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6. Der Löwe bewachet, gewaltig und ſtark, die Ehre der Väter, die heimiſche Mark, die chattiſche Recken beſeſſen. Rot⸗ weiß iſt das Banner in tapferer hHand, dem folgen ſie ſiegend ins fernſte Land, die Männer vom Lande zu Heſſen.

7. Manch Mühlenrad plätſchert im friedlichen Grund und droben, da wirbelt aus feurigem Schlund der Rauch durch die rußigen Eſſen. Und Kunſtwerk ſchreitet und Wiſſenſchaft fort, und Weisheit zu pflegen, ein würdiger Ort fehlt nimmer im Lande zu heſſen.

8. Drin ſchafft der Philiſter, drin ſingt der Student, und wer an dem Sang ſeine Freude nicht fänd', bei uns hätt' er ninmer geſeſſen, hätt' nimmer in unſerer Mitte gezecht, wär nicht wie die Burſchen ſo fröhlich und echt, die Burſchen im Lande zu Heſſen.

9. Wer wehrt es uns, luſtige Brüder zu ſein, zu minnen ein Mägdelein, ſauber und feind Beim Henker, er wäre vermeſſen! Der weiß es, der ihnen ins Aeugelein ſchaut: Gar minniglich ſind und ſo treu und ſo traut die Mädchen im Lande zu heſſen.

10. Drum, Wandersmann, hurtig hinauf zu den Höhn, wo zwiſchen den Buchen die Mauern ſtehen wo trotzige Ritter geſeſſen! Drum grüß' mir im Städtchen die Burſchen ſo frei, es leben die Mädchen, ſo ſchmuck und ſo treu, allzeiten im Lande zu Heſſen.

2.

. Ich bin ein Student und ein leichter Geſell, hab Freud' an der Lieb und am Wandern! Ich ſchaue in Aeugelein, dunkel und hell und flattre von Einer zur Andern. Hab ich mit vielen ge⸗ ſcherzt und gelacht, am beſten gefällt mir die Eine. Sie iſt mein Gedanke bei Tag und bei Macht, nur ſag ich nicht, welche ich meine.

2. Und kehr' ich zur Ferienzeit froh mich von hier, wie eilt's mich, wie treibt's mich zur Holden, wie war ich im Geiſte ſo ſchnell dann bei ihr, wie träg' hab' die Bein' ich geſcholten! Mich drückte nicht Ränzel, es zog niich mit Macht, wie flogen ſo pfeilſchnell die Beine! Sie iſt mein Gedanke ꝛc.