wie im Vogelsberg vorangetrieben wurde. Weitere Stufen verweiſen auf Erzvorkommen an der unteren Lahn, die nicht unweſentliche Mengen von Blei, Zink, Kupfer und Silber liefern. Schließlich lenkt dieſer Teil der Aus⸗ ſtellung unſere Aufmerkſamkeit auch auf die Erzlager des Dillenburgiſchen und des Heſſiſchen Hinterlandes, deren Ausbeutung durch moderne Aufberei⸗ tung wieder lohnend erſcheint. Dieſe neuen Verfahren erläutern zwei Mo⸗ dellverſuche auf dem Tiſch. Dort findet ſich auch ein Hinweis auf eine im Gießener Inſtitut entwickelte neue Methode zur mikroſkopiſchen Unter⸗ ſuchung von Erzen.
Der zweite Schaukaſten enthält eine Reihe typiſcher Mineralien aus der näheren und weiteren Umgebung von Gießen. Der abwechſelungsreiche geologiſche Bau unſerer engeren Heimat hat zur Folge, daß die Zahl der hier gefundenen Mineralien recht bedeutend iſt. Manche dieſer Mineralfund⸗ punkte können geradezu als klaſſiſch bezeichnet werden. Verwieſen ſei be— ſonders auf zwei Mineralien(Sbrengit und Eleonorit), die auf der Grube Eleonore am Dünsberg erſtmalig aufgefunden wurden.
Eine Gruppe großer, ſchöner Kriſtalle lenkt den Blick auf die wert— vollen Lagerſtätten Deutſch⸗Südweſt⸗Afrikas, deren Erforſchung von dem Gießener Mineralogiſchen Inſtitut und ſeinen Schülern zu einem weſent⸗ lichen Teil beſtritten wurden.
Mikroorganismen heſſiſcher Standorte.-Feſſiſche Gallenflora.
Prof. Dr. E. Küſter.
Die Beiträge, die das Botaniſche Inſtitut zur Kenntnis der im heſſi⸗ ſchen Raum vorliegenden Naturobjekte zu liefern ſich bemüht hat, beziehen ſich vorzugsweiſe auf folgende Aufgaben:
Mikroorganismen heſſiſcher Standorte.
Die Anteilnahme des Inſtituts an den Fragen der Zellforſchung führte zur Beobachtung der uns zugänglichen Mikroorganismenformen; neben zellen⸗ morphologiſchen waren ökologiſche und pflanzengeographiſche Fragen nament⸗ lich denjenigen gegenüber zu fördern, die den Salzgewäſſern von Bad⸗Nau⸗ heim und ähnlichen Standorten der Wetterau entſtammten. Ueber die Nau⸗ heimer Protophyten hat das Inſtitut bisher in acht Veröffentlichungen be⸗ richtet(vgl. die ausgeſtellten Sonderdrucke: Küſter, Lanz, Schönleber, Peteler, Michel); die Bearbeitung der Fragen iſt durch Stipendien der William⸗ Kerckhoff⸗Stiftung in Bad⸗Nauheim wiederholt gefördert worden. Weiterhin wurde die Erforſchung der Mikroorganismen von Lauterbach(Oberheſſen) mit Unterſtützung des Lauterbacher Muſeums in Angriff genommen(vgl. die aus⸗ liegende Mitteilung von Kraßke⸗Lanz⸗Peteler). Über die Protophyten der Gießener Gegend liegen Schriften vor von Küſter, Heidt, Diehl, Dorſt, Küſter⸗Winkelmann u. a.).
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