großen Umfang angenommen hat. Auch zu dieſer Frage ſind in einer Nie ſchrift beſondere Sanierungsvorſchläge gemacht worden.
Zu dieſen Arbeiten kommt eine Unterſuchung über das Rückſtandsgebiet: Oberweſterwald, für den eine Reihe von Arbeitskarten, die die Notwendig⸗ keit der Aufforſtung wie die Sanierung der Betriebsſtruktur der landwirt⸗ ſchaftlichen Kümmerbetriebe aufzeigen, aufliegt. Die Frage der landwirt⸗ ſchaftlichen Kümmerbetriebe und die Möglichkeiten ihrer Sanierung ſind in einer beſonderen wiſſenſchaftlichen Abhandlung bearbeitet worden.
Die Verbindung von Landwirtſchaft und Induſtrie hat im Unter⸗ ſuchungsgebiet eine ſtark verbreitete Pendelwanderung ausgelöſt, deren poſi⸗ tive und negative Auswirkungen einer weiteren Unterſuchung unterliegen. Erſte Ergebniſſe dieſer Unterſuchung werden in der Ausſtellung gezeigt.
In der gleichen Weiſe wie die Unterſuchung über die Lahnkanaliſierung unmittelbar praktiſcher Verwertung zugeführt werden konnte, ſind auch die Arbeiten ier die Sanierungsmöglichkeiten der landwirtſchaftlichen Betriebs⸗ ſtruktur, Pachtverhältniſſe, der Landflucht, der Neuordnung des Rück— dnttadehdtte Oberweſterwald unmittelbar den Stellen der Praris zugänglich gemacht worden, mit deren Hilfe, wenn nicht gar auf deren Anregung bzw. Veranlaſſung, die Erhebungen und Unterſuchungen z. T. vorgenommen wor⸗ den ſind.
Mineralogiſche Forſchung in Heſſen. Prof. Dr. E. Lehmann, z. Zt. Wehrmacht J. A.: Studienrat Dr. Flörke.
Die Mineralogiſche Wiſſenſchaft hat ihre Wurzel in der Bergbaukunde Der Bergmann war es, dem zuerſt die eigenartigen Kriſtallformen der Mine⸗ ralien auffielen und dem ſeine Tätigkeit ein erſtes Wiſſen von dieſen Bau⸗ ſteinen der lebloſen(anorganiſchen) Natur vermittelte. Weit zurück geht in der Geſchichte die praktiſche Nutzung der Mineralien. In unſrer engeren Heimat fanden ſich einwandfreie Nachweiſe vom Bergbau der Kelten(1000 bis 400 v. Chr.). Von den Römern wiſſen wir, daß ſie an der Lahn auf Erzbergbau und Eiſenverhüttung ſtießen und ſie ſich nutzbar machten. Aber erſt in der Mitte des 17. Jahrhunderts gelingt es dem genialen Blick Nils Stenſens, das Problem der Kriſtallgeſtalt zu faſſen und die erſten Geſetze des Kriſtallwachstums zu ergründen. Er lieferte uns ſo den Schlüſſel zum dritten Naturreich, zur Welt der Anorganiſchen.
Die ſich von da an entwickelnde mineralogiſche Wiſſenſchaft bleibt eng verbunden mit dem Bergbau, der ihr vielfach die Objekte ihrer Forſchung liefert und dem ſie hinwiederum dient, indem ſie Bau und Bildung der Minerallagerſtätten ergründet. Auch die Arbeit des Gießener Mineralogiſchen Inſtituts ſpiegelt dieſe Wechſelbeziehung vielfältig wieder. Der eine Schau⸗ kaſten enthält Stücke zur Lagerſtättenkunde unſeres Gaus und ſucht zuſam— men mit der Buchausſtellung klarzulegen, wie hier vor allem die Erfor⸗ ſchung der wirtſchaftlich wichtigen Eiſenerzlagerſtätten an Lahn und Dill ſo⸗
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