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Ausstellung landschaftsgebundene Wissenschaft : zur Eröffnung der Akademie des NSD-Dozentenbundes der Universität Gießen / Ausstellungsleitung: Dozent Dr. K. Heidt, Botanisches Institut
Entstehung
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eine ſchwarze Nadel 5 und eine gelbe Nadel 10 in überwachung befindliche Hauttuberkulöſe.

Am jeweiligen Sitz eines ſtaatlichen Geſundheitsamtes werden regel⸗ mäßig durch den Lupusbeauftragten Sprechtage abgehalten. Alle Hauttuber⸗ kulöſen werden bei dieſen Terminen unterſucht und die nötigen Maßnahmen, wie Heilverfahren und fürſorgeriſche Maßnahmen bei den einzelnen Kranken überwacht. Die zur Bekämpfung der Tuberkuloſe ausgeſetzten öffentlichen Mittel werden dadurch zum richtigen Anſatz gebracht. Durch die Erfaſſung der Jugendlichen, die frühzeitige Behandlung derſelben, gelingt es heute bei der weit überwiegenden Mehrzahl der Kranken, ſie der Arbeit zu erhalten und zum richtigen Arbeitseinſatz zu bringen.

Zur Zeit läuft eine größere Gemeinſchaftsarbeit mit dem hieſigen Tier⸗ ſeucheninſtitut, Prof. Beller, um zu ergründen, ob die Hauttuberkulöſen in unſerem Gebiet vorwiegend durch Tiere oder durch Menſchen angeſteckt werden.

Veterinärhugieniſche Forſchungen im heſſiſchen Raume.

Prof. Dr. K. BelleV.

1. Stallhygieniſche Forſchungen in Heſſen. Die im Sommer 1937 mit Unterſtützung der Deutſchen Forſchungsgemeinſchaft und des Reichsminiſte⸗ riums für Ernährung und Landwirtſchaft in Zuſammenarbeit mit den zuſtän⸗ digen Abteilungen der Landesregierung und der Landesbauernſchaft Heſſen⸗ Naſſau aufgenommenen Unterſuchungen wollen, auf weite Sicht eingeſtellt, ein Querſchnittsbild der Stallhygiene im heſſiſchen Raume ſchaffen. Stall und Weide, die beiden Eckpfeiler der Tierhaltung, ſind beſtimmende Faktoren im Bild des Dorfes. Wie jede Landſchaft, ſo haben auch die heſſiſchen im Laufe der Jahrhunderte ihr Dorfbild geprägt. Die Formen und Einrich⸗ tungen der Höfe und Ställe unſerer Tage gehen in ihrem Urſprunge Jahr⸗ hunderte zurück und entſprechen in vielem nicht mehr den Zeit- und Zu⸗ kunftsbedürfniſſen. Die kommenden Jahre und Jahrzehnte werden die Auf⸗ gabe haben, dem Bauernhof und damit dem Bauerndorf neue Geſtalt zu geben. Wenn jetztBeſtandsaufnahme gemacht wird, ſo mit dem Ziel, die Grundlagen für dieſen Neubau zu erarbeiten, der ſeinerſeits wieder auf Jahrhunderte hinaus der bäuerlichen Siedlung und der bäuerlichen Tier⸗ haltung das Geſicht geben wird.

Im Rahmen des Meliorations⸗ und Siedlungsprogramms der Heſſiſchen Landesregierung iſt während der letzten Jahre durch die Gründung der Erb⸗ höfedörfer Riedrode, Allmendfeld, Heſſenaue, des Weilers Worms⸗Roſen⸗ garten und zahlreicher Einzelſiedlungen ein ſehr beachtliches Neubauerntum entſtanden. Die hier gemachten Anfänge hat das Inſtitut von vornherein vergleichsweiſe in ſeine Arbeiten einbezogen. Die Forſchungen imalten Dorf ſtehen alſo denjenigen im Neubauerndorf gegenüber. Sie befaſſen ſich nicht allein mit der einzelnen Hof- und Stallanlage, ſondern nehmen, weil im Dorfe ein Hof vom anderen abhängig iſt, das Geſamtproblem der Dorf⸗