die Zahle der nichtheſſiſchen Patienten ſchließlich diejenige der heſſiſchen Pa⸗ tienten übertraf. Auch die großzügige Behandlung der einzelnen Heilver⸗ fahren nichtheſſiſcher Verſicherungsträger hat im neuen nationalſozialiſtiſchen Deutſchland eine grundlegende Erleichterung zum Wohle der einzelnen Kranken erfahren. Vor allem erleichterte auch die umfaſſende Organiſation der NSV. vielen Volksgenoſſen die Möglichkeit einer Heilſtättenkur, was früher mangels geeigneter Mittel unmöglich war. Die zunehmende Bedeu⸗ tung der Heilſtätte geht aber nicht ſo ſehr aus der Zahl der eingewieſenen Kranken hervor, ſondern vor allem auch aus der anſteigenden Kurve der Pflegetage. Die beſondere Steigerung dieſer Kurve rührt auch daher, daß im beſonderen Maße heilungsfähige Kranke zur rechten Zeit eingewieſen wurden.
In den erſten Jahren waren es meiſt ſchwerſtkranke Patienten im End— zuſtand, bei denen ſich ſchon nach kurzer Zeit die Zweckloſigkeit unſerer Be⸗ mühungen herausſtellte.
Die Bilder der III. Tafel ſollen nur einen kurzen Einblick in das bunte Bild der Kehlkopftuberkuloſe geben. Die Kehlkopftuberkuloſe kann vom kleinſten einzeln ſtehenden Knötchen bis zur ausgedehnten zerſtörenden Form in den denkbar verſchiedenſten Stadien auftreten. Sie iſt meiſt ver⸗ bunden mit einem tuberkulöſen Lungenprozeß, der ebenfalls wieder von leichteſter bis zur ſchwerſten Form abgeſtuft ſein kann. Es gibt auch ſelbſt ſchwere Kehlkopftuberkuloſe, ohne daß ſich ſonſt im Körper ein anderer be⸗ gleitender Prozeß finden läßt. Rechtzeitiges Erkennen und Einweiſung in die Heilbehandlung verbeſſert naturgemäß die Heilungsausſichten und ver⸗ kürzt die Behandlungszeit, die im allgemeinen mehrere Monate beanſprucht.
Verbreitung der Haut⸗Tuberkuloſe in den Gauen Heſſen⸗Maſſau und Kurheſſen.
Prof. Dr. W. Schultze.
Der Beauftragte des Reichstuberkuloſe⸗Ausſchuſſes für die Lupusbe⸗ kämpfung in Heſſen und Heſſen⸗Naſſau, Profeſſor Dr. Walther Schultze, Leiter der Univ.⸗Hautklinik und Lupusheilſtätte Gleßen iſt verantwortlich für die Erfaſſung, Behandlung und Überwachung aller Hauttuberkulöſen in dieſem Bezirk.
Am 1. 4. 1940 ſtanden in Betreuung des Lupusbeauftragten 1968 Kranke. Sie verteilen ſich auf
Heſſen 757 Hauttuberkulöſe Reg.⸗Bez. Wiesbaden 780 97 Reg.⸗Bez. Kaſſel 431 9
Auf die Zahl der Bevölkerung bezogen kommen auf 10 000 Einwohner im geſamten Bezirk 5 Kranke. Die großen Unterſchiede in den einzelnen Kreiſen(Tabelle 1 und Tafel 2) ſind auf die mehr oder weniger gute Er⸗ faſſung zurückzuführen. Auf der Wandtafel entſpricht eine rote Nadel 1,
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