anlage auf. Daneben laufen Forſchungsarbeiten über verſchiedene Einzel⸗ fragen der Stallhygiene, wobei die Faktoren Licht und Luft im Stall und das ſogenannte Stallklima im Vordergrund ſtehen. Gleichzeitig wird über die Jahre hinweg der Geſundheitszuſtand der Tiere überwacht und nament⸗ lich das Vorkommen der wirtſchaftlich und ſanitär wichtigſten chroniſchen Tier⸗ ſeuchen wie der Tuberkuloſe, Brucelloſe u. a. verfolgt.
Im Reichsberufswettkampf der deutſchen Studenten 1938/39 wurde
unter dem Titel„Bäuerliche Tierhaltung— eine ſtallhygieniſche Skizze
zweier oberheſſiſcher Dörfer“ eine erſte Zuſammenſtellung herausgebracht, die gegenwärtig im Inſtitut zur Veröffentlichung und praktiſchen Verwertung weiter verarbeitet wird. Einige weitere Veröffentlichungen aus den durch den Krieg zwar ſtark gehemmten, aber nicht unterbrochenen Arbeiten ſtehen im Abſchluß.
2. Epidemiologiſche Forſchungen in Heſſen. In der Erforſchung jeder Tierſeuche gibt die Epidemiologie, d. h. die Frage der Einſchleppung und Weiterverbreitung, des Kommens, Beſtehens und Gehens der Seuche die Grundlage für ihre praktiſche Bekämpfung. Die im Anſchluß an den Welt⸗ krieg nach Heſſen eingeſchleppte anſteckende Blutarmut und die anſteckende Gehirn⸗ und Rückenmarkentzündung(Bornaſche Krankheit) der Pferde haben in ganz beſtimmten Landesgebieten feſten Fuß gefaßt und verurſachen jährlich zum Teil ſehr bedeutenden Schaden. Die geographiſche Geſtalt des heſſiſchen Landes mit ſeinen getrennt liegenden Provinzen gibt der epidemiologiſchen Erforſchung gerade dieſer beiden Krankheiten beſonderen Reiz, weil ſich hier das ganze Seuchengeſchehen in zwei gut zu überſehenden geſchloſſenen Ge— bieten abſpielt.
Wie die Seuchenkarten zeigen, treten beide Seuchen nicht über das ganze Land gleichmäßig verbreitet, ſondern vornehmlich in beſtimmten Ge⸗ bieten auf. Die Aufgabe der laufenden epidemiologiſchen Arbeiten iſt es, die einzelnen Faktoren zu prüfen, die auf der einen Seite das Bodenſtändig⸗ werden der Seuche an beſtimmten Orten ermöglichen und auf der anderen Seite der Einſchleppung und Weiterverbreitung in anderen Gebieten hem⸗ mend entgegenſtehen.
Da es ſich bei beiden Seuchen um ſolche vornehmlich chroniſchen Cha— rakters handelt, ſo ſind auch dieſe Forſchungsarbeiten auf weite Sicht ein⸗ geſtellt; bisher ſind 2 Veröffentlichungen aus dem Inſtitut erſchienen, die ſich mit der Epidemiologie befaſſen: Schwarzmaier, E.: Epidemiologie der anſteckenden Blutarmut in Heſſen— Tierärztliche Rundſchau 44, 729(1938) und Beller, K. und E. Schwarzmaier: Unterſuchungen über die anſteckende Blutarmut der Pferde. J. Zur Epidemiologie und Diagnoſtik der anſteckenden Blutarmut.(Erfahrungen in Heſſen über einen Zeitraum von 7 Jahren). Archiv für wiſſenſchaftliche und praktiſche Tierheilkunde 76, 24(1940).


