1933—39 gegenübergeſtellt. In der letztgenannten Zeit wurden die Patienten, die eine Gefährdung durch Venenentzündung und damit Embolieen zeigten, weitgehend mit elaſtiſchen Klebekompreſſionsverbänden behandelt.
Wie das Ergebnis der Tafel anzeigt, ſtarben vor der Verbandbehand⸗ lung mehr als doppelt ſoviel Patienten auf der gynäkologiſchen Abteilung an Embolieen als nach Einführung der Behandlung. Auf der geburtshilf⸗ lichen Abteilung aber wurden überhaupt keine Todesfälle durch Embolieen mehr beobachtet, ſeitdem die Verbände in Anwendung kamen. Sie wurden teilweiſe vor, teilweiſe nach der Geburt angelegt. Stets dann, wenn die Beinvenen Veränderungen zeigten, die eine Erkrankung an einer Venenent⸗ zündung vermuten ließen.
Erwähnt ſei noch, daß von den geſtorbenen Patienten ſeit 1933 nur drei mit elaſtiſchen Klebekompreſſionsverbänden verſorgt waren und auch dabei die Embolie nicht aus den durch Verband verſorgten Beinvenen ſtammte, ſondern von einer Beckenvenenentzündung. Nach Anlegung von Verbänden zur Verhütung der Venenentzündung trat niemals eine ſolche Entzündung auf. Bei vorliegenden Venenentzündungen an den Beinen ſollten die Patienten ſtets nach Verſorgung mit Verbänden ſofort das Bett ver⸗ laſſen. Eine Verſchlimmerung der Venenentzündung wurde nie beobachtet. Die Behandlungsdauer iſt durch dieſe Behandlung weſentlich abgekürzt. Die Entzündung iſt im allgemeinen nach drei Wochen abgeklungen.
Das Auftreten des Bundſtarrkrampfes in Oberheſſen. Prof. Dr. Fr. Bernhard.
Die Zuſammenſtellung zeigt, daß entgegen bisheriger Annahmen, der Wundſtarrkrampf in Oberheſſen häufig iſt.
Auch in den höher gelegenen Orten des Vogelsberges kommt die Er⸗ krankung vor, während ſie ſonſt im Gebirge mit zunehmender Höhe über dem Meeresſpiegel ſelten iſt oder gar fehlt.
In verſchiedenen Gegenden Oberheſſens iſt nach der Tabelle eine be⸗ ſondere Häufung des Wundſtarrkrampfes vorhanden.
Dagegen ſind 3 Wundſtarrkrampf freie Gebiete zu erkennen.
Der geologiſche Aufbau des Bodens iſt hierfür nicht verantwortlich.
Wahrſcheinlich iſt die Urſache für den Unterſchied in der meteorologiſchen Einwirkung auf die verſchieden geſtalteten Bodentypen zu ſehen.
Die Häufigkeit des Wundſtarrkrampfes in Oberheſſen erfordert die Vor⸗ beugung durch Einſpritzung von Wundſtarrekrampf⸗Schutzſerum bei gefähr⸗ deten Wunden.
Das Vorkommen der Bundſtarrkrampf⸗(Tetanus)keime bei den verſchiedenen Verletzungen in Oberheſſen. Dr. habil. L. Rathcke.
Neben der eigentlichen Wundverſorgung iſt die Verabreichung des Starr⸗ krampfſerums zur Verhütung des Wundſtarrkrampfes ſehr wichtig. Dieſes
4


