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Erb⸗ und Kaſſenforſchung in Heſſen.
Prof. Dr. H. W. Kranz.
Eine praktiſche Auswertung dieſer zielbewußten und vielſeitigen, ſeit Be⸗ ſtehen des Inſtitutes durchgeführten Unterſuchungen ſtellt die Herausarbeitung von Verfahren für Abſtammungsprüfung und Vaterſchaftsfeſtſtellung dar. Unter Anwendung der bei dem eingehenden Studium der Merkmalsverteilung und=vererbung der normalen Raſſeneigentümlichkeiten erworbenen Kennt⸗ niſſe laſſen ſich in vielen Fällen wichtige Schlußfolgerungen, die von großer praktiſcher Bedeutung für die Einzelperſon und für das Volksganze ſind, ab⸗ leiten. Vertieft werden die Kenntniſſe aus den Forſchungen an normalen Raſſenmerkmalen durch Unterſuchung von Fremdraſſigen, wie ſie an in Heſſen lebenden Miſchlingen(Reſiduen der Rheinlandbeſatzung) und jetzt kürzlich in Gefangenenlagern an Negern, Marokkanern uſw. durchgeführt werden konnten.
Der menſchlichen Erbforſchung mit Hilfe der Zwillingsmethode ſtehen auch in Heſſen zahlreiche Zwillingspaare zur Verfügung.
Die ſeit 1935 an oberheſſiſchem Material betriebene Aſozialenforſchung ergab, daß es ſich bei den Aſozialen um Menſchengruppen mit biologiſchen Bindungen handelt. Das aſoziale Verhalten rückfälliger Aſozialer iſt erb⸗ bedingt. Die geſetzliche Löſung der Aſozialen-Frage wird daher als vor⸗ dringlich erkannt.
Eine ſegensreiche Möglichkeit praktiſcher Anwendung der Erbunter⸗ ſuchungen, die ſich u. a. auch auf die krankhaften Eigenſchaften richten, iſt in der Eheberatungsſtelle des Inſtitutes gegeben. Die hier ausgeführten Eheberatungen und Ehegeſundheitsbeurteilungen, deren Zahl erheblich iſt, ſtützen ſich praktiſch auf das außerordentlich große Erbarchiv des Inſtitutes, das als eine der erſten Gründungen mit über 18 00o heſſiſchen Sippen und mit über ½ Million verkarteten Perſonen eines der größten in Deutſchland iſt. Dieſes Archiv wird laufend vergrößert durch die dem Inſtitut angeglie⸗ derte Landeszentrale für die erbbiologiſche Beſtandsaufnahme in Heſſen, deren Materialſammlung vorwiegend abgeſtellt iſt auf das erblich Abwegige. Die Möglichkeiten, die ſich ſo der Urteilsbildung über den biologiſchen Sippenwert eröffnen, wachſen auf dieſe Weiſe fortdauernd mit dem immer tiefer werdenden Einblick in das Erbgefüge der heſſiſchen Bevölkerung.
Sterblichkeitsſtatiſtik an Embolien. Prof. Dr. H. Storck.
Die Tafel zeigt eine Sterblichkeitsſtatiſtik an Embolieen vor bzw. nach Anwendung der elaſtiſchen Klebekompreſſionsverbände, wie ſie an dem Kran⸗ kenmaterial der Gießener Univ.⸗Frauenklinik in Zuſammenarbeit mit der Orthopädiſchen Klinik geübt wird. Es werden die tödlichen Embolieen aus den Jahren 1926— 32, als noch keine Verbände angelegt wurden, denen von
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