doch für mein eigenes Geld hier Bürger und Mleiſter trotz Andern. Dann werde ich Meiſter in dieſer Stadt, Srau Meiſterin wird meine Lore; dann geht es Juchheiſſa! bei Tag und bei Nacht, doch nicht mehr im Winkel am Thore.
V
32. Die drei Dörker.
(o reit't mit zwanzig Knappen ein zu Heidelberg im Hirſchen? Das iſt der Kerr von Rodenſtein,: auf Rheinwein will er pürſchen.:
2.„Hollahe! den Hahn in's Saß! ſchenkt ein! Ich fürcht', die Kehlen roſten; wir wöll'n ein Jahr lang luſtig ſein,: und ſollt's ein Dorf auch koſten.“:
3.„Ein Dorf, was iſt's? Nur Miſt und Rauch! Ich hab' ja ihrer dreie: Gerſprenz und pfaffenbeerfurt auch: und Reichelsheim, das treue.“:
4. Trommeten klangen mit Schalmei'n und Pauken um die Wette; zwölf Monden ſaß der Rodenſtein ſ: beim fürſtlichen Bankette.:
5. Und als er ſich nach Jahr und Tag die Rechnung hergewunken, da ſprach er:„Blitz und Donnerſchlag! ſt jetzt iſt Gerſprenz vertrunken!“: Gerſprenz iſt hin, iſt hin, Ger⸗ ſprenz iſt fort, iſt fort, Gerſprenz, der fromme, der züchtige Ort, Gerſprenz iſt veritrunken, veritrunken!
6.„Hollahe! doch wie man's treibt, ſo geht's! Was liegt an dem Verlurſte? Man ſpricht vom vielen Trinken ſtets, doch nie vom vielen Durſte.“: Gerſprenz iſt hin, iſt hin, Gerſprenz iſt fort; iſt fort, Gerſprenz, der fromme, der züchtige Ort, Gerſprenz iſt veritrunken, veritrunken!
J. v. v. Scheffel.


