12. Manderſchakt.
D- Mai iſt gekommen, die Bäume ſchlagen aus, da bleibe, wer Luſt hat, mit Sorgen zu Haus! Wie die wolken dort wandern am himmliſchen Selt, ſo ſteht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.
2. Herr Vater, Srau Mutter, daß Gott euch behüt'! wer weiß, wo in der Serne mein Glück mir noch blüht? Es giebt ſo manche Straße, da nimmer ich marſchirt, es giebt ſo manchen wein, den ich nimmer noch probirt.
3. Sriſch auf drum, friſch auf im hellen Sonnenſtrahl, wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Thal! Die Guellen erklingen, die Bäume rauſchen all'; mein Herz iſt wie'ne Lerche und ſtimmet ein mit Schall.
4. Und Abends im Städtlein, da kehr' ich durſtig ein: „Herr Wirth, mein Kerr Wirth, eine Kanne blanken Wein! Ergreife die Siedel, du luſt'ger Spielmann du! von meinem Schatz das Liedel, das ſing' ich dazu.“
5. Und find' ich keine Herberg', ſo lieg' ich zur lacht wohl unter blauem Himmel; die Sterne halten Wacht; im winde die Linde, die rauſcht mich ein gemach, es küſſet in der Srühe das Morgenroth mich wach.
6. O Wandern, o Wandern, du freie Burſchenluſt! da wehet Gottes Odem ſo friſch in der Bruſt; da ſinget und jauchzet das Herz zum Himmelszelt; wie biſt du doch ſo ſchön, o du weite, weite Welt! E. Geibel. 1834.
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13. Sehnſucht nach dem Vhein.
1)* wo der Rhein mit ſeinen Wellen ſo mancher Burg bemooſte Trümmer grüßt, dort, wo die blauen Trauben ſaft'ger ſchwellen und kühler Moſt des Winzers
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