11. 1)⸗ war der Swerg Perkéo, im Heidelberger Schloß, an wuchſe klein und winzig, an Durſte rieſengroß. Man ſchalt ihn einen Narren, er dachte:„Liebe Leut', ſ: wärt Ihr wie ich doch Alle feuchtfröhlich und geſcheut!:
2. Und als das Saß das große mit Wein beſtellet war, da ward ſein künft'ger Standpunkt dem Swergen völlig klar. „Sahr'’ wohl“, ſprach er,„o Welt, du Katzenjammerthal,: was ſie auf dir hantiren, iſt wurſt mir und egal!:
3. Um lederne Ideen rauft man manch' heißen Kampf. es iſt im Grund doch Alles nur Nebel, Rauch und Dampf! Die Wahrheit liegt im Weine. Beim weinſchlurf ſonder End' „erklär' ich alter Narre fortan mich permanent.“:
4. Perkéo ſtieg zum Keller; er kam nicht mehr herfür, und ſog bei fünfzehn Jahre am rhein'ſchen Malvaſier. War's drunten auch ſtichdunkel, ihm ſtrahlte inn'res⸗ Licht,: und wankten auch die Beine, er trank und murrte nicht.:
5. Als er zum Saß geſtiegen, ſtand's wohlgefüllt und ſchwer, doch als er kam zu ſterben, klang's ausgeſaugt und leer. Da ſprach er fromm:„Nun preiſet, ihr Leut', des Herren Macht,: die in mir ſchwachem Knirpſe ſo Starkes hat vollbracht::
6. Wie es dem kleinen David gegen Goliath einſt gelang, alſo ich arm Gezwerge den Rieſen Durſt bezwang. Nun ſingt ein de profundis, daß das Gewölb' erdröhnt,: das Saß ſteht auf der Neige, ich falle ſieggekrönt.“:
7.(p. sotto vocc) Perkéèo ward begraben.— Um ſeine Kellergruft beim leeren Rieſenfaſſe weht heut noch feuchte Luft,(cresc. poco) und wer als frommer Pilger frühmorgens ihr genaht:: Weh ihm! Als Weinvertilger durchtobt er Nachts die Stadt!: J. v. v. Scheffel.
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