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Das "Studentenwerk Gießen e.V." : (vormals Gießener Studentenhilfe) : ein Beitrag zu seiner Geschichte / von Emil Kraus
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Schuhmacherei beſchränkten ſich ſchließlich auf eine Ermäßigung von 250%, welche die Studentenhilfe an bedürftige Studenten mit geringem Monatswechſel gab, über die dann jeweils mit dem Schuhmachermeiſter abgerechnet wurde. Nach einem Beſitzerwechſel im Jahre 1927 wurde vereinbart, daß von den 25% Ermäßigung 15% die Studentenhilfe trug, 10% der Schuhmachermeiſter. Als Gegenleiſtung konnte der letztere im Bedürfnisfalle die Studenten⸗ ſpeiſungen zu den Preiſen der Studierenden in Anſpruch nehmen.

Die Druckerei.

Die Druckerei entwickelte ſich erſt nach der Inflation; vorher hielt ſich ihr Betrieb in engen Grenzen; es ſtand ihr lediglich ein Typen⸗ druckapparat zur Verfügung. Erſt im Jahre 1925 konnte durch Ankauf einer gebrauchten Ködertal⸗Schnelldruckpreſſe und der guten deutſchen Druckſchrift der Betrieb vergrößert werden. Sie beſchäf⸗ tigte dauernd drei Werkſtudenten. Im Jahre 1926 wurden eine Tiegeldruckpreſſe, verſchiedene Hilfsmaſchinen und weiteres Schriften⸗ material angeſchafft, und ſo konnten Arbeiten im Umfang bis zu loo Druckſeiten ohne Mühe ausgeführt werden. Im Jahre 1929 wurde eine moderne Schnellpreſſe angeſchafft, um größere laufende Aufträge übernehmen zu können(Univerſitätszeitung). Der Betrieb wurde 1950 aufgelöſt. Die geſamte Einrichtung wurde durch die Brühlſche Druckerei, K. Lange, Gießen, angekauft und als Stiftung an die Buchdruckerfachſchule gegeben.

Das Studentenorcheſter entſtand im Jahre 1928 auf eine Anregung des Herrn cand. med. Hans Kuſch. Reben der Ver⸗ ſchönerung der Heimabende verſchaffte es manchem Kommilitonen durch ſein Spiel willkommene Einnahmen. Feitweiſe übernahm das Orcheſter ſogar den muſikaliſchen Teil an unſerer ſtädtiſchen Bühne. Mit ſeinem umfangreichen Notenmaterial bot es eine nicht zu unterſchätzende Erwerbsmöglichkeit für muſikkundige Studenten.

Fum Schluß ſei noch der wertvollen Dienſte gedacht, die uns ein Lieferauto und ein kleiner Perſonenwagen leiſteten, die von den Opelwerken geſchenkt, bzw. zu ſehr günſtigen Bedingungen über⸗ laſſen wurden. Gerade während der Bauzeit des neuen Studenten⸗ hauſes war der kleine Opel unentbehrlich geworden. Der Liefer⸗ wagen bedeutet für die Gärtnerei und Wäſcherei wie für die all⸗ jährliche landwirtſchaftliche Werbung eine große Erleichterung.

Die Geſamtheit der Einrichtungen und Arbeiten überblickend, kann heute wohl geſagt werden, daß ſich das Werk der ſtudentiſchen

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