Das Studium der Forſtwiſſenſchaft.
Das Forſtinſtitut in Gießen wurde im Jahre 1849 gegründet und kann daher für ſich in Anſpruch nehmen, daß es das älteſte Forſt⸗ inſtitut der Welt iſt. Unter den forſtlichen Lehrern des Inſtituts brauchen nur die Namen Hundeshagen, Heyer, Heß, Wimmenauer, Schwappach, Lorey, Stötzer und Borgmann erwähnt zu werden, um zu zeigen, daß die großen Lehrer, die zum Aufbau oder Ausbau unſeres forſtlichen Wiſſens maßgebend beigetragen haben, einmal in Gießen tätig geweſen ſind.
Das Studium der Forſtwiſſenſchaft iſt durch Verfügung des Reichsforſtmeiſters und des Reichs⸗ und Preußiſchen Miniſteriums für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung mit dem Beginn des Winterſemeſters 1937/58 neu geordnet. Danach ſoll der Student der Forſtwiſſenſchaft ſich zunächſt in den erſten drei Semeſtern auf einer der ſechs deutſchen Hochſchulen mit forſtlichem Studiengang in weltanſchaulich verbundenem Kameradſchaftsleben die grund⸗ legenden Kenntniſſe unſeres völkiſchen und raſſiſchen Rechts⸗, Staats⸗ und Wirtſchaftslebens aneignen. Daneben ſoll er mit dem Studium der allgemeinen naturwiſſenſchaftlichen Grundfächer be⸗ ginnen. Das Studium beginnt mit Kückſicht auf den Abſchluß des aktiven Wehrdienſtes grundſätzlich im Winterſemeſter. Nach dem dreiſemeſtrigen Studium der Grundwiſſenſchaften wird die Vor⸗ prüfung abgelegt.
Darauf folgt die praktiſche Lehrzeit. Dieſe beginnt im März und endigt im Oktober. Auch ausländiſche Studenten können auf Antrag zur Ableiſtung der Lehrzeit zugelaſſen werden. Sodann beginnt mit dem Winterſemeſter das Studium der Fachwiſſenſchaften, das mindeſtens vier Semeſter dauern ſoll, und das mit der Hochſchul⸗ ſchlußprüfung abſchließt. Vom 4. Semeſter ab ſoll der Student in allmählichem Übergang über die engeren naturwiſſenſchaftlichen Grundfächer zu den eigentlichen Fachwiſſenſchaften vordringen und mit reger eigener Mitarbeit in Seminaren und wiſſenſchaftlicher Tätigkeit das Studium vollenden.
Das Studium auf der Univerſität Gießen ermöglicht es dem Studierenden der Forſtwiſſenſchaft, ſeiner Neigung entſprechend auch Vorleſungen in den Geiſteswiſſenſchaften und anderen Fächern zu hören, was durchaus erwünſcht iſt, denn gerade der Studierende der Forſtwiſſenſchaft muß mehr als ein Angehöriger anderer Be⸗ rufe darauf bedacht ſein, in ſeiner Hochſchulzeit nach unvergäng⸗
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