ſind 4 vorkliniſche und 5 kliniſche. In das Studium der Tiermedizin einführende Vorleſungen finden am Anfang jedes Semeſters ſtatt. Das Studium kann ſowohl im Sommer⸗ wie im Winterſemeſter begonnen werden. Um den Studierenden den Aufbau des veterinär⸗ mediziniſchen Studiums zu erleichtern, gibt ihnen die Veterinär⸗ mediziniſche Fakultät am Beginn jedes Semeſters einen Studien— plan empfehlend zur Hand. Bei richtig durchgeführtem Studien⸗ gange kann nach dem 3. Semeſter der naturwiſſenſchaftliche Abſchnitt (Botanik, Zoologie, Phyſik, Chemie), nach dem 4. Semeſter der anatomiſch⸗phyſiologiſche Abſchnitt(Anatomie, Gewebelehre, Ent⸗ wicklungslehre, Phyſiologie) der tierärztlichen Vorprüfung abgelegt werden. Das danach folgende fünfſemeſtrige kliniſche Studium um⸗ faßt die in der tierärztlichen Prüfung nachzuweiſenden Gebiete der angewandten Anatomie, angewandten Phyſiologie, allgemeinen Pathologie, pathologiſchen Anatomie und pathologiſchen Gewebe⸗ lehre, inneren Medizin, Chirurgie, Huf⸗, Klauen⸗ und Beſchlags⸗ kunde, Pharmakologie einſchließlich Toxikologie und Pharmazie, der Geburtskunde, allgemeinen Seuchenlehre und Mikrobiologie, Ge⸗ ſundheitspflege, ſpeziellen Seuchenlehre, Veterinärpolizei, der Fleiſch⸗ beſchau und Kunde der ſonſtigen von Tieren ſtammenden Lebens⸗ mittel, Milchkunde und Milchwirtſchaft, Tierzucht, der allgemeinen Landwirtſchaftslehre, Fütterungslehre, gerichtlichen Tiermedizin u. a. Nach beſtandener tierärztlicher Prüfung hat der Kandidat ſich drei Monate lang an einem beſonders hierfür beſtimmten Schlachthof (auch Gießen) des Deutſchen Keiches zur Ausübung der Schlacht— vieh⸗ und Fleiſchbeſchau zu ſeiner Vervollkommnung und praktiſchen Fortbildung zu widmen. Die Prüfungsordnung für Tierärzte iſt eine reichsrechtliche; mithin gelten die gleichen Vorbedin⸗ gungen und Prüfungsbeſtimmungen im ganzen Deutſchen Reiche. Die Beſtallung als Tierarzt wird für das Deutſche Veich erteilt. Für die verſchiedenartigen Studiengebiete ſtehen die entſprechenden gut ausgeſtatteten Inſtitute der verſchiedenen Fakultäten zur Ver⸗ fügung; ebenſo das nahegelegene Verſuchsgut der Univerſität. Den ſpeziellen Unterrichtsgebieten der Tiermedizin dienen die gut ein⸗ gerichteten, einer größeren Zahl von Studierenden Arbeitsplätze gebenden Inſtitute und Kliniken der Veterinärmediziniſchen Fakultät, die reichlich Unterſuchungsmaterial und Patienten beſitzen wegen der günſtigen landwirtſchaftlichen Lage Gießens. Unterricht in der praktiſchen Fleiſchbeſchau findet im Städtiſchen Schlachthof ſtatt. Der Unterricht in der praktiſchen Veterinärpolizei obliegt dem hie⸗ ſigen Kreispeterinärrat, der auch die Leitung über den alle vierzehn
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