Tage ſtattfindenden Gießener Viehmarkt hat, der einer der größten im Reiche iſt.
An der Univerſität Gießen beſteht das Promotionsrecht für Veterinärmedizin bereits ſeit 1852, und es iſt der Grad des Doktor medicinae veterinariae(Dr. med. vet.) nur an Tierärzte verliehen worden, welche als Vorbedingung zum Studium der Veterinãr⸗ medizin das Reifezeugnis beſaßen. In der Regel fertigen die Tier⸗ ärzte im Anſchluß an die tierärztliche Prüfung ihre Diſſertation an, um vor dem Übergang in das Berufsleben den Doktorgrad zu erwerben.
Die Aufgaben der Tierärzte liegen beſonders auf dem Gebiete der Tiermedizin, Hygiene und Volkswirtſchaft. Es gilt, in Zuſammen⸗ arbeit mit den Tierbeſitzern und verſchiedenen Gewerben die großen nationalökonomiſchen Werte der Tierbeſtände und der von Tieren ſtammenden Erzeugniſſe durch Krankheits⸗ und Seuchenvorbeuge, Krankenheilung und Seuchenbekämpfung dem deutſchen Volke zu erhalten und zu mehren. Im Dienſte der Volksgeſundheit ſteht der Tierarzt hauptſächlich durch die Kontrolle der animaliſchen Nah⸗ rungsmittel(beſonders Fleiſch und Milch), wodurch zugleich dieſe volkswirtſchaftlichen Werte geſteigert werden ſollen. In der Be⸗ handlung der kranken Tiere und im Tierſchutz iſt er der berufene Helfer und Rechtswalter des ſtummen Tieres. Die Arbeitsgebiete für den Tierarzt ſind ſehr vielſeitige. Etwa 70% der Tierärzte ſind in der Praxis tätig, die durch Ausübung der Fleiſchunterſuchung ein gewiſſes Firum haben können. Etwa 30% ſind beamtete Tier⸗ ärzte, und zwar als ſtädtiſcher Beamter(Gemeindetierarzt für Fleiſchhygiene, zum Teil auch Milchhygiene und Marktkontrolle), als Schlachthoftierarzt, Schlachthofdirektor(Stadtveterinärrat oder Oberveterinärrat), als Tierarzt in der Auslandsfleiſchbeſchau, als ſtaatlicher Veterinärbeamter(hat das Beſtehen der Prüfung für VYeterinärräte zur Vorausſetzung), als Veterinärrat uſw., als Vete⸗ rinäroffizier in der Wehrmacht, als Beamter an Inſtituten der Univerſitäten und Hochſchulen, des Reichsnährſtandes, an Serum⸗ und pharmazeutiſchen Werken, als Geſtütsbeamter, als Tierzucht⸗ leiter; ferner bietet ſich Mitwirkung in bäuerlichen Werkſchulen, in der Tierzucht, im Tierſchutz, bei Tierverſicherungen, in der Fleiſch⸗ induſtrie, in verſchiedenen anderen Gewerben, in Pferde⸗ und Hunde⸗ ſport uſw.
Die vor einigen Semeſtern ausgeſprochenen Warnungen vor der Wahl des tierärztlichen Studiums wegen Berufsüberfüllung gelten als überholt und nicht mehr berechtigt, ja, es fehlt infolge tierärzt⸗
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