Erich Opitz.
Von Mißbildungen des Uterus haben wir 6 erlebt, die zum Teil operativ behandelt worden sind. Die Fälle sind in der Disser- tation von Pantel, Gießen, 1914 genau beschrieben worden.
3mal haben wir nun Transplantationen ausgeführt in der Weise, daß nach Entfernung entzündlich erkrankter Adnexe der Uterus erhalten und ein möglichst gesundes Stück vom Ovarium zwischen Fascie und Muskel in der vorderen Bauchwand eingeheilt wurde. Von einer der so behandelten Frauen liegen weiter zurück- liegende Nachrichten über längere Zeit vor. Die Menstruation stellte sich nach einer Pause von 10 Wochen wieder ein und blieb über 1 Jahr bestehen, um dann allmählich wieder nachzulassen und schließlich zu verschwinden. Die anfänglich aufgetretenen Ausfalls- erscheinungen verschwanden mit Eintritt der Menstruation; nach erneutem Erlöschen der Menstruation traten auch sie wieder er- neut auf.
Ueber einen Fall von Einpflanzung des Ureters in die Harn- blase möchte ich seiner praktischen Wichtigkeit wegen besonders berichten. Bei einer wegen Prolaps ausgeführten Levatorplastik mit Interposition des Uterus nach Stöckel wurde der Ureter ge- faßt und es entstand eine Ureterscheidenfistel. Da vaginal an die Fistel nicht heranzukommen war und auch die Hoffnung auf spon- tanes Ausheilen derselben sich nach längerer Beobachtung als illu- sorisch erwies, wurde beschlossen, die linke Cystanastomose auszu- führen. Der erhoffte Erfolg wurde leider nicht erzielt. Zunächst schien der Verlauf günstig zu sein, indessen stellte sich bald hohes Fieber ein und nach etwa 3wöchigem Krankenlager kam die Frau ad exitum. Sektionsbefund: eitrige gangränöse Blasen- und Nieren- beckenentzündung. Die nach der Methode von Franz ausgeführte Ureterocystanastomose hatte gehalten. Trotzdem war von der Ein- pflanzungsstelle aus, wie die Sektion einwandfrei erkennen ließ, die tödliche Peritonitis ausgegangen. Ich habe bereits einen ähnlichen Fall vor längeren Jahren erlebt und auf dem Gynäkologenkongreß in Kiel darüber berichtet. Ich habe für mich die Lehre daraus ge- zogen, in Zukunft niemals mehr bei solchen länger bestehenden Ureterscheidenfisteln den Ureter auf peritonealem Wege in die Blase einzupflanzen. Es gibt keine Möglichkeit, die Nichtinfektiosität des Urins, bzw. das normale Verhalten von Harnleiter und Nierenbecken mit Sicherheit nachzuweisen, und es wäre in solchen Fällen ent-
schieden das Richtige, die Ureterfistel durch Entfernung der Niere


