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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt / von Erich Opitz
Entstehung
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O⏑OP.

Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt. 59

In diesen Fällen trat glatte Heilung ein, indessen scheinen, wie bei einer etwa nach ½ Jahr stattgefundenen Nachuntersuchung sich zeigte, die Fascienstreifen der Resorption anheimzufallen. Im zweiten Falle heilte die Fascie nicht an. Offenbar weil es nicht möglich ist, so große breite Lappen überall mit lebendem Gewebe in feste Berührung zu

bringen.

Nach diesen wenig ermutigenden Erfolgen bin ich zu einer Modifikation der Freundschen plastischen Verwertung des Uterus übergegangen.

Ich habe bei ungenügender Beschaffenheit der Puborectales bisber in 2 Fällen den Uterus aus einer Oeffnung im hinteren Scheidengewölbe

herausgezogen, dann in etwa 2 cm Entfernung von dem Schnitt im

Douglas, aus dem der Uterus herausgeleitet wird, durch einen um- gekehrten T-Schnitt die Scheide von der Unterlage abgelöst, die Levator- reste freipräpariert und den Fundus uteri mit diesen durch Nähte verbunden, dann über dem unteren Teil des UÜterus die Scheide wieder zusammengenäht und den Damm unter vollständiger Versenkung des Cterus wieder geschlossen. Die Heilung ist ganz glatt erfolgt. Ueber den Dauererfolg vermag ich nichts auszusagen, da die Zeit zu kurz ist. Mir scheint jedoch nach den von Klein erst jüngst veröffentlichten günstigen Erfolgen der ursprünglich Freundschen Operation die Aus- sicht dieses im modernen Sinne abgeänderten Verfahrens für den Dauer- erfolg recht gut zu sein.

Von allen Fällen, in denen wir es mit leistungsfähigen Leva- toren zu tun gehabt haben, ist zu berichten, daß sie zu einer dauernden Wiederherstellung annähernd normaler Verhältnisse ge- führt haben und alle Frauen, die wir nachuntersuchen konnten, be- richten auch über ein günstiges Befinden.

Ich muß mich mit den vorstehenden Ausführungen über die Prolapsoperation an dieser Stelle begnügen, weil eine eingehende Schilderung zu weit führen würde. Jedenfalls aber glaube ich be- haupten zu dürfen, daß eine Levatorplastik, die stets ohne Eröffnung der Fascienscheide der Levatoren durchgeführt wird, wo überhaupt funktionsfähige Puborectales noch vorhanden sind, eine sehr wirksame und zugleich, soweit es sich nicht um herzkranke oder dekrepide Menschen handelt, ungefährliche Operation ist. Auch die Blutungs- gefahr ist minimal, wenn man in der richtigen Schicht bleibt.

Mit wenigen Worten möchte ich noch auf die Karzinom- operationen, wenigstens Uteruskarzinomoperationen eingehen. Wir haben in der Berichtszeit 16mal typische Freund-Wertheimsche